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Roitzschjora Flughafen @ HELLDRIVER MAGAZINE Live-Review
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With Full Force XVI /

03.07.2009, Roitzschjora, Flughafen

Nach drei Jahren Abwesenheit hat es die Helldriver Redaktion endlich wieder auf das With Full Force Festival geschafft. Das Festival ist ganz das alte geblieben. Gute Stimmung, gute Bands, gutes Wetter aber auch alte Probleme wie der enge Korridor zwischen Hauptbühne und Zelt, recht häufigSoundschwierigkeiten auf der Hauptbühne waren nach wie vor vorhanden. Insgesamt hat sich der Besuch der inzwischen 16. Auflage des Festivals wieder einmal gelohnt.

Freitag, 03.07.09

Hauptbühne

Static-X

Static-X machten sich in Deutschland immer relativ rar. In diesem Jahr beglückte uns die Truppe um Sturmfrisur Wayne Static jedoch wieder mit einem Gastspiel auf unseren Festivals. Da darf natürlich auch das With Full Force nicht fehlen. Die Band wirkte gut aufgelegt und auch das Pubikum hatte sich, gemessen an der frühen Stunde, schon recht zahlreich versammelt. Frontmann Wayne Static standen natürlich obligatorisch die Haare zu Berge und sein inzwischen monströser Bart war überaus beeindruckend. Den echten optischen Hingucker lieferte aber seine Frau Terra Wray, die die Band äußerst spärlich bekleidet mit Erfrischungen versorgte, in manchen Songs im Hintergrund mit dem Hintern wackelte und auch schon mal den minimalistischen Fetzen Stoff von den Silikonbrüsten entfernte. Die Band selbst bot ein komprimiertes Best-Of Set mit Tracks aus allen Schaffensphasen aber einem deutlichen Schwerpunkt auf dem ersten Album „Wisconsin Death Trip“ und dem neuen Werk. Der Sound war durchaus passabel und die Band spielte ihr Set sehr routiniert ab. In den vorderen Reihen wurden die Jungs entsprechend abgefeiert. (rg)

Devildriver

Die Teufelsfahrer um Chefpilot Dez Fafara enterten kurz nach 17 Uhr die Hauptbühne und legten auch gleich ohne Umschweife los. Allerdings waren die Soundverhältnisse derart schlecht, dass zu befürchten war, die folgende halbe Stunde würde eher einer Folter als einem Hörgenuss gleichkommen. Außer Knacken, Geschepper, einer dröhnenden Bassdrum und übersteuertem Gesang war nur wenig zu vernehmen. Auch wenn Devildriver mit vollem Körpereinsatz und sichtlich steigender Verärgerung gegen das Soundchaos anzukämpfen versuchten, sprang der Funke nicht wirklich über. Erst als sich gegen Ende des Sets die Beschallung einem halbwegs erträglichen Niveau annäherte, kam doch noch etwas Stimmung auf, und die Fans steuerten ihren Beitrag in Form eines anständigen Circle Pits bei. Glücklicherweise hatten die Kalifornier gegen Ende ihrer Setlist noch einen Song des Mitte Juli erschienenen Albums „Pray For Villains“ untergebracht, der bei mir viel Vorfreude auf die neue Platte entfachen konnte. Mit konstant gutem Sound wäre das mit Sicherheit ein Bombenauftritt geworden…(cj)

Legion Of The Damned

Die Holländer von Legion Of The Damned haben sich in den letzten Jahren zur heißesten Band in Sachen Thrash Metal gemausert. Es wird ihnen mit einem entsprechend guten Platz im Billing des With Full Force gedankt. Die Band kommt auch ohne Umwege und Schnick-Schnack direkt zum Punkt und ballert eine Thrash Granate im High-Speed nach der anderen ins Publikum, dessen Nackenmuskulatur entsprechend strapaziert wurde. Der Sound war zum ersten Mal an diesem Abend wirklich akzeptabel und kam der Band sehr zu Gute. (rg)

Mastodon

Eine der größten Grausamkeiten des diesjährigen WFF war die Entscheidung zwischen Mastodon und Maroon, die nahezu parallel aufspielten. Ich entschied mich für Mastodon und fand mich also pünktlich um 19:05 Uhr vor der Hauptbühne ein. Das pünktliche Erscheinen hätte ich mir mal sparen können, denn die Herren starteten mit 5 Minuten Verzögerung in ihr Set. Nach dieser verlängerten Umbaupause hätte man ja meinen können, dass die Band sich jetzt optimal präsentieren kann, aber dem war leider überhaupt nicht so. Über 30 der 40 Minuten, die der Band für ihren Auftritt eingeräumt wurde, war der Sound grottenschlecht. Und da half auch eine feine Songauswahl mit u.a. „Oblivion“ und „The Czar“ vom neuen Album sowie „Blood And Thunder“ und „Iron Tusk“ wenig. Zu Anfang war eigentlich kaum Gesang zu hören, die Drums waren sehr seltsam gemischt (man hörte z.B. das HiHat und die Snare, den Rest aber kaum) und auch Troys Bass sowie Brent Hinds Gitarre waren nicht wahrnehmbar. Man sah also, dass Brent zum Solo ansetzte, hörte aber leider nix davon. Und da die Band zum Einen wohl zu den technisch anspruchsvollsten des Festivals gehörte und zum Anderen gerade bei den Songs des neuen Albums bis zu drei Gesänge parallel laufen, konnten die Jungs einfach nicht überzeugen. Dazu kam noch ein eher unmotiviertes Auftreten, was diesen Auftritt zur ersten Enttäuschung des Festivals machte. Schade! (tj)

Carcass

Nachdem ich nach der Reunion vom letztjährigen Auftritt nur Schlechtes gehört habe, sah ich dem Auftritt der Death Metal-Legende durchaus mit gemischten Gefühlen entgegen. Das letzte Mal hatte ich die Band nämlich auf der Heartwork-Tour, also auf dem Zenit ihres Schaffens live gesehen. Also: „Nix erwarten, dann kann man auch nicht enttäuscht werden“ war die Devise. Mit der von Mastodon weitergegebenen Verspätung starteten die Briten in ihr Set und was soll ich sagen, der Sound war anfangs zwar keineswegs optimal, aber die Band überzeugte trotzdem von der ersten Minute an. Gekleidet in die typischen Schlaghosen gaben die Herren einen unterschiedlichen optischen Eindruck ab. Michael Amott sah durch den krassen Kontrast von wächserner, heller Haut und tiefroter Matte irgendwie wie ´ne Wasserleiche aus, Sänger/Bassist Jeff Walker ist deutlich gealtert aber immer noch mit ganzem Herzen bei der Sache, ebenso Bill Steer, der schlank und rank den jungen Gott gab. Göttlich auch die Setlist, die im Prinzip aus Krachern am laufenden Band bestand, ob nun „Heartwork“, „This Mortal Coil“, „No Love Lost“ oder auch „Corporal Jigsore Quandry“ – da ging’s munter quer durch die Bandgeschichte. Sehr ergreifend auch der kurze Auftritt des Originaldrummers Ken Owen, der nach einer Gehirnblutung lange im Koma lag. Das Sahnehäubchen waren aber Walkers Ansagen, ob er nun bemerkte, dass bei Carcass ja der Gitarrist einer bekannten Band spielt und dann nicht Arch Enemys-Amott nannte, sondern erwähnte, dass Bill Steer ja früher bei Napalm Death war oder zum Publikum meinte, dass sie das ja alle kennen auf Shows: Moshen, Crowdsurfen, Circle Pit usw. und dann nur lapidar meinte, dass sie darauf scheißen und gefälligst Headbanging und Fäuste in der Luft sehen wollen! Sehr kurz(weilig)e 50 Minuten! (tj)

Dimmu Borgir

Black Metal ist auf dem With Full Force traditionell nicht besonders stark vertreten, mit Dimmu Borgir gehört aber einer der co-Headliner diesem Genre an. Die Norweger haben zwar kein aktuelles Album draußen, genießen aber ohne Frage Kultstatus. So bot die Band ein souveränes Best-Of Set, welches technisch ohne Beanstandungen herunter gebrettert wurde. Frontmann Shagrath wirkte in seinen Ansagen und der Kommunikation mit dem Publikum allerdings etwas lustlos und sehr routiniert. Optisch machte die Band aber ebenfalls ein gutes Bild. Auf der Bühne hing ein imposanter Backdrop des letzten Albums, welcher aber recht selten wirklich klar zu sehen war, da auf der Bühne permanent ein dichter Nebel herrschte und die Lichtanlage voll ausgenutzt wurde. Zwischendrin wurden immer wieder hübsche Pyros abgefeuert und es brannten permanent Feuer auf der Bühne. Cool. Insgesamt war der Auftritt von Dimmu Borgir definitiv nicht schlecht, aber leider auch etwas blutleer und eben sehr routiniert. (rg)

Soulfly

Den ganzen Tag über hatte man das Gefühl, das Festival könnte eventuell nicht so gut besucht sein, wie das in der Vergangenheit regelmäßig der Fall war. Die eher spärliche Zuhörerschaft bei Dimmu Borgir schürte diese Befürchtungen noch zusätzlich. Als dann aber kurz vor Elf Uhr abends die Soulfly-Jungs als Hauptband des Freitags an der Reihe waren, füllte sich die Wiese des Flugplatzes Roitzschjora doch ganz beachtlich. Stimmgewaltig und gewohnt souverän übernahm Max Cavalera das Steuer und zog das Publikum sofort auf seine Seite. Mit gutem Sound und noch besserer Laune ausgerüstet, trieb er die Menge an. Natürlich ließ er mit „Back To The Primitve“, „Seek ’N’ Strike“, „Pain“ und „Prophecy“ das Pflichtprogramm auffahren, allerdings um die Stücke teilweise nur anzuspielen oder als eine Art Medley mit Sepultura- („Refuse/Resist“) und Cavalera Conspiracy-Songs („Sanctuary“) zu kombinieren. Ebenso wenig durften die Dauerbrenner der jüngsten Veröffentlichung „Conquer“ fehlen, und auch auf die obligatorische Tribal-Trommel-Session wurde nicht verzichtet. Alles in allem boten Soulfly also eine sehr bunte, abwechslungsreiche Mischung, auch wenn ich sagen muss, dass diese Show nicht an den Auftritt aus dem Jahr 2006 hier auf dem WFF herankommt. (cj)

Zeltbühne

The Red Chord

Viele Bands, die beim diesjährigen With Full Force auf der Hardbowl-Bühne antraten, konnten sich aufgrund des extrem sonnigen Wetters und der schattenspendenden Zeltkuppel höherer Zuschauerquoten erfreuen, als vielleicht erwartet. Auch bei The Red Chord drohte das Zirkuszelt aus allen Nähten zu platzen. Allerdings wurden die vier Amis durch viel Engagement und einer guten spielerischen Leistung dieser Aufwartung vollauf gerecht. Mit ihren präzise geprügelten Deathcore-Attacken konnten sie die Menge schnell in Bewegung versetzen, und durch eine abwechslungsreiche Songauswahl boten sie den Leuten auch nur wenige Gelegenheiten sich auszuruhen. Der sehr gut abgemischte Sound tat ein Übriges, um einen klasse Auftritt abzurunden. Leider verschenkten die Jungs zehn Minuten ihrer Bühnenzeit und verließen früher als vorgesehen den Schauplatz. Schade, denn von dieser Art Unterhaltung hätten alle Anwesenden sicher gerne noch einen Nachschlag gehabt. (cj)

Comeback Kid

Mit Comeback Kid gastierte eine der angesagtesten Bands des modernen Hardcores auf dem WFF. Ihr mitreißender Sound entfachte auch auf hier seine volle Durchschlagskraft. Die Kanadier feuerten einen Hit nach dem anderen ins hungrige Publikum. Das Zelt war zu diesem Zeitpunkt prall gefüllt und das Publikum übernahm bereitwillig die Crewshouts und Singalongs. Die Band um den sympathischen Frontmann Andrew Neufeld gab sich sehr bewegungsfreudig und aktiv. Da fiel es kaum auf, dass die Jungs lediglich zu viert auf der Bühne standen. Starker Auftritt. (rg)

Die Kassierer

Den stimmungsmäßigen Höhepunkt des Abends im Zelt setzten ohne Frage die Assi-Punks Die Kassierer. Im Zelt war kein Platz mehr frei und die Band um Frontmann Wölfi wurde von A bis Z abgefeiert. Songs wie „Blumenkohl am Pillermann“ wurden mit Inbrunst mitgesungen. Die äußerst unterhaltsamen Ansagen von Wölfi trugen ebenfalls zur überschwänglichen Stimmung bei. Die Band ließ sich wirklich etwas einfallen und wartete mit reichlich humoristischen Einlagen auf. Musikalisch wird minimalistischer Deutschpunk geboten, aber darauf kommt es bei der Band gar nicht an. Man kann von der kontroversen Band halten was man will, Tatsache ist, dass sie inzwischen Kultstatus hat und ein Stück deutscher Musikkultur ist. Ob man will oder nicht. (rg)

Samstag, 04.07.09

Hauptbühne

Hackneyed

Vielerorts wurde die Band nach der Veröffentlichung ihres Debüts als Death Metal-Bübchen belächelt, ein großes Printmagazin orakelte gar etwas von Gesangseffekten, die da angeblich zum Einsatz kommen… all diese Bedenken wischt die Band mühelos vom Tisch, wenn man sie live erlebt. Unfassbar, dass die Mucker bei einem Altersdurchschnitt von gerade mal 17 Lenzen derartige Skills an den Tag legen. Gerade Schlagzeuger Tim sorgte mit seiner lockeren aber überaus versierten Spielweise ebenso für offene Münder, wie die Gesangskünste von Fronter Phil. Nach dem Intro ging’s direkt mit „Axe Splatter“ zur Sache und das Publikum, das schon erstaunlich zahlreich erschienen war, feierte die Band entsprechend ab. Da Callejon ja wegen des Unfalls ihres Drummers kurzfristig ausfielen, strömten zu Anfang auch noch viele Leute von der Zeltbühne zu Hackneyed. Die ließen sich nicht lang bitten und holten in der Mitte ihres Sets mit der doppelten Singlekeule aus „Deatholution“ und „Gut Candy“ aus. Die Band gab sich redlich Mühe die große Bühne auch entsprechend mit Bewegung zu füllen und legte so einiges an Weg zurück. Höhepunkt war dann das atmosphärische „Neon Sun“ bevor es zum Abschluss mit „March Of The Worms“ noch einen weiteren Track vom Mitte August erscheinenden zweiten Album gab. (tj)

All Shall Perish

Die Amis von All Shall Perish luden auf äußerst ruppige Weise zum mittäglichen Fitnessprogramm. Der Einladung folgten schon recht zahlreiche Moshwillige. All Shall Perish ballerten ihre ultrabrutalen Deathcore Songs in die Meute. Der bärtige Frontmann Eddie wirkte sehr sympathisch, zumindest in den Songpausen. Während den Songs grunzte, fauchte und schrie er was das Zeug hielt. Die Band ballerte ihre Songs technisch sehr überzeugend herunter, nach einiger Zeit offenbarte das Material jedoch seine Schwächen. So geriet der Auftritt zu einer sehr eindimensionalen Angelegenheit.  (rg)

Suicidal Tendencies

Die großen Tage der Band um Ausnahmefronter Mike “Cyco Miko“ Muir, als man mit Rage Against The Machine als Vorgruppe oder zusammen mit Guns N’Roses in Deutschland unterwegs war, liegen wohl eher hinter ihr. Auch live waren sie in den letzten Jahren kaum aktiv und es war die Frage, ob die Band ihren recht hohen Platz im Billing mit einem entsprechenden Auftritt rechtfertigen könnte. Die Frage war aber spätestens nach dem eröffnenden Megahit-Quartett aus "You Can´t Bring Me Down", "War Inside My Head", "Subliminal" und "Send Me Your Money" überzeugend beantwortet! Schon der Opener wurde mit einer überaus spielfreudigen und tighten Band in einer XXL-Version präsentiert. Imposanter Blickfang am Schlagzeug war der „Fleischberg“ Eric Moore, der durch seine schiere Größe aussah, als würde er an einem Spielzeugschlagzeug sitzen und mit Chinastäbchen spielen – und wie der spielte!!! Da ging sogar das spätere Drumsolo völlig in Ordnung. Serviert wurden bis auf einen neuen, wohl unveröffentlichten Song „Along For The Ride“, ausschließlich alte Kracher. Beim abschließenden „Pledge Your Allegiance“ holte Muir dann tatsächlich geschätzte 50 Fans aus den ersten Reihen auf die Bühne, auf der ab dem Moment ein pulsierender Menschensalat herumwirbelte. Muir sang vom Drumriser aus und die Roadies hatten alle Hände voll damit zu tun, dafür zu sorgen, dass niemand über Kabel oder Effektgeräte stolperte. Wenn die Band in der Besetzung und mit der Energie ein neues Album veröffentlichen sollte, könnte sie tatsächlich wieder zu früheren Großtaten fähig sein! (tj)

Sepultura

Nach dem Siegeszug von Suicidal betrat eine weitere Band die Bühne, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Am Vorabend stand Ex-Mitglied Max Cavalera mit seiner Band Soulfly und teilweise gleichen Songs auf der Setlist als Headliner auf der selben Bühne und Andreas Kisser und sein Team mussten also bei Tageslicht ran. Im Hintergrund prangte ein riesiges Backdrop im Design des aktuellen „A-Lex“-Albums und aus Songs von eben diesem bestand auch die erste Hälfte des Sets. Dann folgten aber Hits wie „Refuse/Resist“ und „Territory“, später sogar richtig alte – aber geile – Tracks wie „Inner Self“, „Arise“ (!) und sogar „Troops Of Doom“ und „Escape To The Void“. Fronter Derreck ist ein imposanter Hüne, der zum beeindruckenden Gesang auch noch gelegentlich auf einer eigens vor dem Drumkit für ihn aufgebauten Standtom mittrommelte. Bassist Paulo ist in Ehren ergraut während Meister Kisser immer noch aussieht, als hätten wir Mitte der 90er! Schade, dass die meisten Fans das neuere Material eher missachten. Gerade „A-Lex“ ist nämlich ein richtig starkes Album. Im direkten Vergleich zwischen Soulfly und Sepultura ist es gar keine Frage, wer den überzeugenderen und leidenschaftlicheren Gig hinlegte: nämlich Sepultura! (tj)

Amon Amarth

Die Schweden um Fronter Johan boten wenig Überraschendes, waren mit ihrer routinierten Show aber weit davon entfernt zu langweilen oder gar eine Fehlbesetzung in der Co-Headlinerrolle zu sein. Wenn man die Band in den letzten Jahren aber an ähnlicher Position auf Festivals gesehen hat, dann dürfte einen zumindest die Setlist wenig überrascht haben. Und showtechnisch wird es auf lange Zeit wohl ohnehin schwierig die Summer Breeze-Show mit dem Drachenboot und den kämpfenden Wikingern von vor zwei Jahren zu toppen. Klar, die Band geizte nicht mit Pyroeinsatz und gerade die engagierten deutschen Ansagen vom Sänger waren sehr unterhaltsam ("Sie sind alle super!"; "Deutsches Bier! Das Beste der Welt!"). Und auch die Massen-Mitsingpassagen bei beispielsweise „Pursuit Of The Vikings“ waren ein Erlebnis… starker Auftritt also, aber nicht das ganz große Erlebnis. (tj)

Hatebreed

Nachdem die Amon Amarth-Bande schon ordentlich vorgelegt hatte, erfreute sich die beachtliche Zuhörermenge auf der Festivalwiese bester Laune und fieberte dem Samtags-Headliner ungeduldig entgegen. Als Hatebreed schließlich gegen 22:30 Uhr die Hauptbühne einnahmen, stand einer guten Stunde Arschtreterei im Hardcore-Style nichts mehr im Weg. Mit viel Spielfreude und Aggression bewaffnet, gingen die Mannen um Jamey Jasta gleich in die Vollen und zimmerten einen Hit nach dem anderen auf die Bretter. Die energischen Anfeuerungsrufe („everyone standing still is your enemy…“) des dynamischen Frontmannes stachelten die Meute an, sodass es im monströsen Pit vor der Bühne bald ganz gewaltig brodelte. Außerdem warteten die Hardcore-Helden aus Connecticut mit einer beachtlichen Licht-, Dampf- und Pyroshow auf, die man ihnen nicht unbedingt zugetraut hätte. Allerdings gab diese Effektunterstützung nicht den Ausschlag dafür, dass Hatebreed ihrer Headliner-Position vollauf gerecht wurden. Viel mehr war es die extrem ansteckend wirkende Energie, mit der sie Songmonster wie „I Will Be Heard“, „Live For This“ oder „Perseverance“ aus den Boxen feuerten und den WFF-Besuchern einen der Höhepunkt des gesamten Festivals bescherten. Wenn man etwas an dieser Show aussetzen kann, dann lediglich, dass der ganze Spaß bereits nach gut 70 Minuten schon wieder vorbei war. (cj)

Zeltbühne

Narziss

Die Startposition der WFF-erprobten Narziss hatte sich um eine Nummer nach vorne verschoben, da sich der Callejon-Schlagzeuger unmittelbar nach dem Soundcheck das Handgelenk brach, und deren Auftritt somit leider flach fiel. Trotz der relativ frühen Uhrzeit war das Zelt dennoch gut gefüllt und die Jungs aus Jena machten dem Publikum in gewohnter Manier Feuer unterm Hintern. Es lag nicht nur am exzellenten Sound, sondern vor allem an der souveränen Darbietung der fünf Hardcore-Heads, dass kaum einer der Anwesenden stillstehen konnte. Als kleines Trostpflaster für die Callejon-Truppe, wurde deren Sänger zur stimmlichen Unterstützung beim Hit „Entstelltes Bild“ herangezogen, wodurch die Masse noch zusätzlich angeheizt wurde. Und wie es schon Tradition ist, dankten es die Fans mit einer der gewaltigsten ‚Wall Of Death’ des ganzen Wochenendes. Aber Narziss hatten nicht nur Klassiker im Gepäck, auch von der neuen Scheibe „Echo“ wurden zwei Songs zum Besten gegeben, wobei vor allem das superfette „Asche“ bei Leuten hängen geblieben sein dürfte. Genauso wie mir der gesamte Auftritt in bester Erinnerung geblieben ist, und neben der Walls Of Jericho-Show, definitiv zu den besten des gesamten Hardbowl-Samstags gehört. (cj)

Emil Bulls

Mit dem gewohnten „The Crown & The King“-Manowar-Intro und dem eröffnenden Doppelpack aus “The Moste Evil Spell” und „All In Tune With The Universe“ starteten die Münchner furios in ihr Set. Sänger Christoph hatte sich der Veranstaltung gemäß ganz in schwarz gekleidet und zeigte sich auch stimmlich mal wieder absolut auf der Höhe. Trotzdem die Band sicherlich etwas aus dem LineUp des Festivals heraus stach, war sie eine wahre Bereicherung und das belegten die Publikumsreaktionen auch imposant – eine derart stattliche Wall Of Death wie beim abschließenden „Worlds Apart“ hatte ich nun wirklich nicht erwartet, und bei dem Song sprang der Sänger sogar noch in den Graben um mit den ersten Reihen gemeinsam den Refrain zu singen! Bassist Jamie lief ohne die gewohnten Haare, aber dafür mit schickem Mastodon-Shirt auf und auch Neugitarrist Andy Bock hinterließ einen guten Eindruck, wobei die Schuhe seines Vorgängers schon recht groß sind. Songs vom Ende September erscheinenden „Phönix“ gab’s leider noch nicht zu hören, aber das ist ja auch noch ne Zeit hin… Dafür gab’s Hits am laufenden Band, wobei sich stark auf „The Black Path“-Material konzentriert wurde. „All In The Tune With The Universe“ würde ich als Highlight und ideale Symbiose von metallischer Härte und großen Melodien hier mal herausheben. Trotz Tageslicht eine überzeugende Darbietung! (tj)

Mucky Pub

Als ich die Ankündigung der Reunion und Shows gelesen hatte, fragte ich mich direkt, wer denn die Reunion nun wieder braucht. Und um das gleich vorweg zu nehmen, das ist auch das Fazit der Show auf der Zeltbühne. Eine völlig zerrissen und über weite Strecken unmotiviert wirkende Band quälte sich und das Publikum durch 35 Minuten Spielzeit. Einzig bei ihrem größten Hit „Hippies Hate Water“ kam annähernd so etwas wie Stimmung auf und das relativ gut gefüllte Zelt ging wohl zu großen Teilen auf den lockenden Schatten zurück. Zum Abschluss gab’s „U Stink… But I Love You“ – ob die Band nach der Show mehr Leute lieben als vorher? (tj)

Walls Of Jericho

Walls Of Jericho aus Detroit sind zu einer festen Größe im Hardcore gewachsen und hatten bei diesem With Full Force zu Recht den Headliner Spot des Hardbowls am Samstag inne. Die Band verbringt den größten Teil des Jahres auf Tour. Diese Erfahrung ist der Band anzumerken. Perfekt eingespielt und äußerst motiviert zieht die Band um Frontfrau Candice eine grandiose Show ab. Die Band gab sich sehr bewegungsfreudig. Vor allem Candice wirbelte über die Bühne wie ein Berserker. Stimmlich war sie absolut auf der Höhe und konnte den Songs den entsprechenden Nachdruck verleihen. Die Songauswahl zog sich durch alle Alben der Band, wobei Material von „All Hail The Dead“ die stärksten Reaktionen im Publikum erzielte. Dieses war äußerst zahlreich erschienen und feierte die Band nach Strich und Faden ab. Vor allem bei der Zugabe „Revival Never Goes Out Of Style“ kochte die Stimmung über. Die Singalong Chöre des Publikums übertönten dabei sogar die Band. So setzten Walls Of Jericho einen der absoluten Höhepunkte des Festivals. Einziger Wehrmutstropfen war, dass die Band 10 Minuten früher als geplant mit ihrem Set fertig war. (rg)

Sonntag, 05.07.09

Hauptbühne

Deadlock

Bei Deadlock überraschte zunächst mal das für die Uhrzeit und Position im Lineup doch recht geringe Interesse seitens des Publikums. Die Fläche bis zum Mischpult war nicht annähernd und auch nur lückenhaft gefüllt, als die Band gegen 15:10 Uhr mit einem Eurodance-Intro in ihr Set startete. Mit der Zeit kamen dann zwar noch ein paar Zuschauer dazu, von einem Andrang konnte man aber nicht wirklich sprechen. Und das, obwohl die Band mit ihrem letzten Album „Manifesto“ etwas gewagt hat und auch durchaus ordentlich Rauschen im Blätterwald dafür geerntet hat. Ein cooles, dreiteiliges Backdrop und zusätzlich noch zwei Stellwände links und rechts vom Schlagzeug im Design des aktuellen Albums sorgten für optische Akzente – genauso wie Sängerin Sabine Weniger, die ihre klaren Gesangsparts erneut beeindruckend meisterte und - wie die komplette Band - im stilvollen schwarz aufgelaufen war. Aktivposten war ganz klar der Mann für die derben Gesangspassagen, Sänger Johannes Prem. Der tigerte ständig über die Bühne und schaffte es auch die Anwesenden ordentlich mit einzubeziehen und zu aktivieren. Und zum krönenden Abschluss gab’s sogar den „Technosong“ von „Manifesto“ – Daumen hoch. (tj)

Raunchy

Die Dänen sind nach ihrem Gastspiel bei Nuclear Blast und ihrem erfolgreichen Debüt „Confusion Bay“ so ein bisschen in der Versenkung verschwunden. Zwar sind sie mit den nächsten beiden Alben bei Lifeforce untergekommen, waren aber seither lang nicht mehr so präsent wie mit dem Debüt. Ihre Show beim With Full Force bewies aber, dass Raunchy nach wie vor eine Band ist, mit der man rechnen muss. Verrechnet hatte sich offensichtlich nur Sänger Kasper Thomsen, als er vor der Show in den Kleiderschrank griff, der Mann erschien mit Kapuzenpulli samt übergezogener Kapuze und Sonnenbrille auf der Bühne, und das bei gefühlten 40 Grad im Schatten! Nach dem ersten Song war dann auch die Sonnenbrille weggepackt und die Kapuze vom Kopf, den Pulli ließ er aber an… Seine Kollegen ließen sich von der Hitze nicht stören und legten sich ordentlich ins Zeug, besonders positiv aufgefallen ist dabei Keyboarder Jeppe Christensen, der zu seinen Sounds und Samples auch noch fehlerfreien, klaren Gesang beisteuerte. Das alles geschah leider vor recht spärliche gefüllten Reihen und auch die Autogrammstunde der Dänen war später eher mau besucht. (tj)

Parkway Drive

Australiens härteste Surfer stehen am frühen Abend auf der Hauptbühne und locken zahlreiche Moshwillige an. Dramatisch wurde während des Intros vom Band das Backdrop hochgefahren – das vielleicht 1x1,50 m groß (klein) war und zudem den Bandnamen mit Gaffaklebeband hergestellt auf weißem Untergrund zeigte! Der Sänger fuhr dann gegen Ende des Intros mit einem Fahrrad auf die Bühne und hatte den Gitarristen auf dem Gepäckträger, ließ den abspringen, drehte noch ne Runde um die Backline, schmiss das Rad hin und griff sich sein Mikro! Die Band fackelte dann aber nicht lange und gab der Meute was sie wollte. Die Band ballerte Moshpart um Moshpart ins Publikum, was sich zu allerlei Verrenkungen animiert fühlte. Die Ansagen des sympathischen Frontmanns Winston McCall feuerten die Stimmung weiter an. Die Band spielte hauptsächlich Songs ihrer Hitplatte „Horizons“ aber auch Material von „Killing With a Smile“ gab es auf die Ohren. Die Band turnte über die Bühne als gäbe es kein Morgen mehr und vor allem McCall dürfte seine Kleidungswahl, ein anfangs graues, später schweißgetränktes Longsleeve, angesichts der Hitze bereut haben. Wahrscheinlich empfanden sie die sommerlichen, deutschen Temperaturen immer noch als kühl, verglichen mit ihrer Heimat Byron Bay. (rg)

Ignite

Einen viel schlechteren Auftakt hätten Ignite kaum erwischen können: Sängerikone Zoli war während der ersten drei Songs kaum zu hören und hatte offensichtlich mit defektem In-Ear-Monitoring und einem ungeschickten Techniker zu kämpfen. Dadurch ließen sich die Jungs aus Orange County anfangs etwas verunsichern, und erst nachdem die Ladehemmung beseitigt war, kam die ganze Geschichte halbwegs gut in Fahrt. Mit dem leicht verbesserten Sound wurde dann auch die Stimmung etwas besser. Aber vermutlich durch die Krebserkrankung des Sängers und die daraus resultierende Zwangspause bedingt, kann die gesamte Band derzeit leider nicht an die gute Form früherer Tage anknüpfen. Auch die Setlist setzt sich nach wie vor hauptsächlich aus den Klassikern von "Our darkest days" und "A place called home" zusammen und kann nur noch für wenig Spannung sorgen. Dennoch haben mir die Herren aus dem sonnigen Kalifornien ganz gut gefallen, denn mit zunehmender Spielzeit zeigte man sich immer engagierter und war um eine gute Show bemüht. Zolis Ansagen waren im Gegensatz zu einigen seiner WFF-Kollegen sehr sinnvoll, sympathisch und - wie gewohnt - von sozialen und politischen Themen geprägt. Schön zu sehen, dass er trotz dieser Krankheit nichts von seinem Charisma eingebüßt hat. Auch wenn meine anfängliche Befürchtung, Ignite wären auf der Hardbowl-Bühne vielleicht besser aufgehoben, zwar nicht völlig bestätigt wurde, lässt die Erinnerung an die Höllenshow auf dem Full Force vor drei Jahren die diesjährige Darbietung der Amis dennoch recht schnell verblassen. (cj)

Down

Sobald eine Schar durchweg bärtiger Roadies (endorsed by Latzhosen) das Feld geräumt hatte, entfaltete sich eine extrem entspannte Stimmung über dem Bereich der Hauptbühne, die nicht alleine von den zahlreichen Sportzigaretten verursacht wurde, die in der Menge aufglühten. Angeführt von Keenan, Brown und Boyer, schlenderten die ‚Wüstenrocker’ von Down in Richtung ihrer Instrumente, um sich aber erst ein freundschaftliches Geplänkel mit den Fans zu liefern, bevor sie zu den Saiten bzw. Sticks griffen. Die Herrschaften präsentierten sich – dem strahlenden Sonnenschein angemessen – sehr spielfreudig und zu allerlei Späßen aufgelegt. Bevorzugtes Opfer: Kirk Windstein. Stimmbandartist Phil Anselmo fand an der Festivalatmosphäre wohl ebensoviel Gefallen, wie das sichtlich begeisterte Publikum. In gewohnt lässiger Manier animierte die ehemalige Pantera-Frontsau die Leute zum Mitsingen, die diesem Aufruf nicht nur beim Überhit „Stone The Crow“, sondern auch bei so moshigen Nummern wie zum Beispiel „New Orleans Is A Dying Whore“ bis in die hinteren Reihen nachkamen. Der letzte Song wurde per vielkehligem Zuruf aus der Menge angekündigt und war natürlich wie immer „Bury Me In Smoke“. Die Allstar-Combo aus New Orleans ließ es noch einmal richtig krachen, bevor sie, bis auf Bassist Rex, ab dem letzten Refrain alle ihre Instrumente der Reihe nach an die eingangs erwähnten Roadies übergaben, welche die Ehre bekamen, das Stück als ‚Extended Version’ zu Ende zu spielen. Währendessen ließen sich Down abfeiern, um sich nach und nach von der Bildfläche zu verabschieden. Anselmo kam dann wie meist noch mal zurück und sang mit der begeisterten Menge noch ein bisschen Led Zepplins „Whole Lotta Love“. Zurück ließen sie dann die Erinnerung an einen der besten Auftritte des With Full Force 2009! (cj)

Social Distortion

Eines der Highlights des Festivals war bereits im Vorfeld der Auftritt von Social Distortion. Die Band um Mastermind Mike Ness machte sich in den letzten Jahren recht rar auf deutschen Bühnen und so fieberten viele dieser Show entgegen. Die Band betrat nach einem kurzen Intro die Bühne, schnallte die Instrumente um und rockte los. Schnell wurden Hits wie „Mommys Little Monster“, „Don´t Drag Me Down“ oder „Bad Luck“ zum Besten gegeben. Der Sound war gut und die Band spielte die Songs souverän. Mike Ness gab sich gewohnt cool und lässig. Doch auch an ihm geht die Zeit nicht spurlos vorbei und man hätte sich sicherlich hier und da etwas mehr Energie und Einsatz erhofft. Dennoch überzeugte die Band durch die schiere Anzahl an Hits, die sie im Gepäck hatten. (rg)

Motörhead

Ich weiß nicht, zum wievielten Mal Motörhead nun die Headlinerposition beim Force übernommen haben, aber man ist schon fast versucht ein „Same Procedure As Every Year…“ anzubringen. Nach Lemmys „We are Motörhead and we play Rock ‘n Roll“ ging’s mit “Iron Fist” in ein 15 Songs umfassendes Set, dass für den durchschnittlichen Hörer zwar ein paar Hits vermissen ließ – „Eat The Rich“ und „Orgasmatron“ hätte ich schon erwartet –aber die gewohnte Qualität hatte und sicherlich keinen Fan enttäuschte. Lemmy glänzte mal wieder mit der ein oder anderen bärbeißig-witzigen Ansage (Beispiel gefällig? Bitte:„1983 – also bevor Ihr geboren wurdet, hahaha, haben wir ein Album namens „Another Perfect Day“ veröffentlicht“), erschien in kniehohen Schaftstiefeln und hat mittlerweile eine kreisrunde „Tonsur“ am Hinterkopf. Die obligatorischen Soli waren natürlich auch an Bord, aber gerade in Sachen Drumsolovon bestimmt fünf Minuten wäre jetzt weniger vielleicht sogar mehr gewesen – man denke nur an das Wahnsinns-Solo des Suicidal-Drummers!. Sehr bizarr auch der Gitarrist. Ich hatte mich am Nachmittag schon gewundert, wer denn bitte der Vogel ist, der da mit offenem Jacket, Bikinioberteil, Minirock, Netzstrümpfen und Champusflasche durch den Backstagebereich eierte, noch viel mehr wunderte ich mich, als der Mann dann abends in „Zivil“ den Platz neben Lemmy einnahm und die Gitarre bediente. Eine gewisse Routine ließ sich nicht verleugnen, dem Publikum wars aber egal und sie feirten Lemmy & Co. Ordentlich ab. Nach „Overkill“ war dann für dieses Jahr Schluss. (tj)

Zeltbühne

August Burns Red

Die fünf christlichen Herren aus dem amerikanischen Sumpfland werden dieser Tage gerne mal als der heiße Scheiß in Sachen Metalcore gehandelt und so hatten sich nicht wenige schon zur frühen Stunde im Zelt versammelt – es war sogar rappelvoll! - um der letzten Show ihrer Europatour beizuwohnen. Und was soll ich sagen? Es war ein Triumphzug, auch wenn ich rein musikalisch nicht verstehe, warum. Denn das ist weder was Neues noch sonderlich ausgefuchst, aber die kompakte Darbietung mit synchronem Hüpfen und Bangen und der Kleiderschrank-Fronter reißen´s hier dann wohl raus. Lustiges Detail: Die gesamte Band (außer dem Drummer) lief in Badeschlappen auf, der Basser trennte sich später sogar von jeglichem Schuhwerk und spielte barfuß. Selbst Songs des erst eine Woche nach der Show erscheinenden neuen Albums „Constellations“ wurden regelrecht abgefeiert, inklusive Circle Pits, Crowdsurfern usw. Da glaubt man der Band gerne, dass das die geilste Show der Tour war! (tj)

The Sorrow

Die Österreicher von The Sorrow haben sich innerhalb kurzer Zeit zu einer gefragten Band in Sachen Metalcore entwickelt. Kein Wunder, beide Alben glänzten mit gut gemachten, eingängigen Songs. Diese präsentierte die Band nun auf dem With Full Force. Das Zelt war zwar nicht mehr ganz so prall gefüllt wie zuvor bei August Burns Red, aber für die frühe Stunde noch immer sehr voll. Einige größere Bands später im Billing konnten sich nicht mehr über einen solchen Zulauf freuen. Die Band sollte mit ihrem Auftritt keinen der Anwesenden enttäuschen. Optisch erinnerte die Band etwas an Trivium, was wohl vor allem an der Flying-V Gitarre lag. Musikalisch kommt man natürlich nicht drum herum den Namen Killswitch Engage fallen zu lassen. Wobei man sagen muss, dass die Band live deutlich weniger an die großen Vorbilder erinnert. Musikalisch waren The Sorrow über alle Zweifel erhaben. Sie hatten einen guten Sound und spielten ihre abwechslungsreichen Songs absolut tight und mit der nötigen Power. Ein durchweg gelungener Auftritt. (rg)

Architecs

Nur wenige Bands sind in der Lage, einen solchen Auftritt, wie ihn The Sorrow soeben abgeliefert hatten, noch zu toppen. Die englischen Architecs sind eine solche Band. Allerdings war mir das bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, auch wenn ich die Jungs von einigen mp3s her kannte. Ihre äußerst energiegeladene, etwas an Converge erinnernde Live-Präsenz ist rein aufgrund ihrer Tonkonserven nicht einmal zu erahnen. Pünktlich um 15:30 Uhr ging es los und punktgenau entfalteten die Briten innerhalb von Sekunden das schiere Chaos unter der Zeltkuppel. Ziemlich souverän - beinahe kaltschnäuzig - rissen sie die bewegungsfreudige Meute unaufhaltsam mit sich. Ihre explosive, technisch enorm aufgerüstete Mischung aus Blastbeat-Gehämmer, schnellen Frickel- und langsamen Mosh-Parts bot die perfekte Ausgangsbasis - nicht nur für ein kochendes Pit, sondern vor allem für eine Wahnsinnsshow. Die fünf Jungs aus Brighton gaben so richtig Gas und hinterließen durch unglaubliche Instrumentenbeherrschung und vollen Körpereinsatz mit jedem weiteren Song nur noch mehr offene Mäuler. Die Chaos-Architekten konnten nicht nur mich einhundertprozentig überzeugen, und dürften mit dieser Show wohl vom gesamten Publikum die Höchstnote erhalten haben. (cj)

Bouncing Souls

Die Bouncing Souls hatten das Pech zur gleichen Zeit im Zelt wie Ignite auf der Hauptbühne zu spielen. Da Ignite wohl über einen deutlichen Popularitätsvorsprung verfügen und musikalisch ähnlich gelagert sind, war das Zelt enttäuschend leer. Die Band feierte mit ihrer Tour ihr 20-jähriges Jubiläum und griff entsprechend tief in die Hit Kiste. Sowohl neue Knaller als auch ältere Klassiker wurden zum Besten gegeben. Frontmann Greg Attonito überzeugte durch seine gewaltige Stimme und sammelte mit seiner schüchtern sympathischen Art Punkte beim Publikum. Dieses war zwar immer noch spärlich, feierte in den ersten Reihen aber ordentlich mit. Gegen Ende des Sets füllte sich das Zelt immer mehr und auch in den hinteren Reihen wurden Sprechchöre mitgesungen. Ein echtes Problem des Sets war allerdings der sehr schlechte Sound im Zelt. So kamen die großartigen Songs der Souls nicht zur vollen Geltung. Schade.  (rg)

Cro-Mags

Die Cro-Mags touren alle paar Jahre mal wieder in der einen oder anderen Form. Das letzte Mal sah ich die Cro-Mags mit Harley Flanagan am Mikro, bei der Inkarnation, die in diesem Jahr zu sehen war, bekleidete John Joseph den Posten des Frontmanns. Neben ihm tummelten sich Craig Ahead (Sick Of It All) und A.J. Novello (ex-Leeway) in der Band. Die Cro-Mags starteten mit “World Peace” in ihr Set. Von Beginn an gab sich die Band äußerst bewegungsfreudig und vor allem deutlich dynamischer als die Flanagan´schen Cro-Mags. Die Songauswahl konzentrierte sich natürlich auf Songs von „The Age Of Quarrel“. Überraschend war, dass im Zelt verhältnismäßig wenig los war. Für den Co-Headliner im Zelt sogar dürftig. Vielleicht liegt es daran, dass viele der jüngeren Hardcore Kids keinen Zugang mehr zu dieser Kultband haben. (rg)

Terror

Kaum waren die letzten Cro-Mags-Akkrode verklungen, formierten sich – nach äußerst kurzer Umbaupause – auch schon die Mannen von Terror auf der Zeltbühne, um dem diesjährigen Hardbowl einen mehr als würdigen Abschluss zu verpassen. Von Beginn an gingen die Jungs um Shouter Scott Vogel hoch motiviert und sehr körperbetont zu Werke, um auch nicht den kleinsten Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass sie der Zelt-Headliner-Position absolut würdig sind… und vielleicht auch, um einer all zu großen Abwanderung in Richtung Hauptbühne vorzubeugen, auf der fast gleichzeitig Social Distortion loslegten. Nicht zuletzt war die klasse Songauswahl dafür verantwortlich, dass das Zelt dennoch gut gefüllt blieb. Ein guter Querschnitt durch die bisherigen Veröffentlichungen, in Form von „One With The Underdogs“, „Voice Of The Damned“, „Strike You Down“ oder „Spit My Rage“ garantierten dem erfreuten Auditorium eine sehr kurzweilige Stunde voller Mosh-Parts, Breakdowns und jeder Menge Möglichkeiten für Circle Pits und sonstige Tanzaktivitäten. Ein absolutes Highlight stellte aber „Always The Hard Way“ dar, dessen Refrain komplett von der fanatischen Meute in einer ohrenbetäubenden Lautstärke mitgebrüllt wurde. Dies war nur noch dadurch zu toppen, dass Vogel zum Schluss des Sets das Mic in die Menge warf und den Gesangsposten auf diese Weise an das Publikum abtrat. Wow, was für ein Finale!?! (cj)

End Of Green

Pünktlich um 23.15 eröffneten End Of Green den düsteren Reigen des „Last Suppers“ im Zelt. Anfangs war das Zelt gerade mal zu einem Drittel gefüllt, da Motörhead nebenan eine Viertelstunde länger rockten, als ursprünglich geplant. Als Lemmy dann fertig hatte, war das Zelt aber ruckzuck zum Bersten gefüllt. Die Jungs um Fronter Michelle Darkness legten unbeeindruckt souverän los und unterstrichen imposant ihre Daseinsberechtigung auf diesem Metalfestival. Hits wie „Die Lover Die“, „Killhoney“, „Highway 69“ und „Demons“ trafen offensichtlich den Geschmack des Publikums und so kam munter Bewegung in die Meute – was nach drei Tagen Festivalmarathon ja ne Leistung ist! Besonders „Drink Myself To Sleep“ und das abschließende „Death In Veins“ sorgten mal wieder für massig Gänsehaut.

My Dying Bride

Die Melancholie der Vorgängerband griffen die Briten gekonnt auf und packten noch ein paar Felsen in Form von Doom, Death und Schmerz auf die Seelen der Anwesenden, von denen bestimmt nicht ein einziger bereut haben wird, dass er so lange ausgeharrt hat, um Zeuge dieser Show zu werden. Trotz diverser Umbesetzungen in den letzten Jahren ist diese Band immer noch eine Liga für sich, charismatisch wie kaum eine andere und ja, fast magisch, was sich besonders im dürren Fronthühnen Aaron Stainthorpe personifiziert. Schön auch, dass das aktuelle Album „For Lies I Sire“ die Violine wieder ins Spiel brachte und sie somit auch live wieder öfter zu hören ist. Mit den beiden ersten Tracks "Fall With Me" und "Bring Me Victory" vom neuen Album ging’s dann auch auf die einstündige Livereise. Bassistin Lena Abbé zog nicht nur mit ihren schicken Stiefeln und der Offiziersmütze viele Blicke auf sich. Später folgten dann Tracks, die zwar wie beispielsweise „From Darkest Skies“ satte 15 Jahre auf dem Buckel haben, aber nichts von ihrer Faszination verloren haben. Auch „The Cry Of Mankind“ und „Turn Loose The Swans“ (von 1993!) sollten hier genannt werden. Schluss war dann nach einer viel zu knappen Stunde als die Show mit „My Body, A Funeral“ vom aktuellen Album beendet wurde. Anathema sollen im Anschluss sogar noch einen drauf gesetzt haben, was Intensität und Magie angeht, für uns wurde es aber leider Zeit den Heimweg anzutreten. (tj)

(rg/cj/tj)

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