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    Born From Pain / All Boro Kings / Discipline / Hatebreed / Agnostic Front / Biohazard /

    19.11.2002, Lindau, Vaudeville

    Es ist schon eine Weile her, dass eine Tour mit solcher Starbesetzung - Biohazard, Agnostic Front und Hatebreed - in unserer Nähe Halt machte. Dies konnte man sich kaum entgehen lassen, und so war das Vaudeville trotz der zu entrichtenden 22 Euro (!!!) bald gut besucht. Die Vorraussetzungen für einen guten Abend waren also gegeben...

    Die Aufgabe der Eröffnung hatten sich Born From Pain aufgeladen, und zum allgemeinen Überraschen spielten sie ihre Rolle ziemlich gut. Klar, in punkto Originalität gewinnen die Jungs einen Scheiß, aber von ihrer Aggressivität und ihrem Engagement hätte sich an diesem Abend die ein oder andere Band etwas abschauen können.

    Den wahren Grund für die Präsenz von All Boro Kings auf dieser Tour hab ich bis heute nicht herausgefunden, denn die passten zumindest musikalisch kein Stück zur restlichen Besetzung. Wer allerdings immer noch dem Crossover huldigt, war mit deren Gig bestimmt hochzufrieden, aber ansonsten definitiv auf der falschen Veranstaltung.

    Als nächstes standen Discipline auf dem Programm, die aufgrund der zahlenmäßig gut vertretenen Oi!-Gemeinde eigentlich einen Bombenauftritt hätten abliefern müssen. Dem war aber gar nicht so, und ihre Show war langweiliger als Opa's Kriegsgeschichten.

    Als dann aber Hatebreed das Set stürmten, besserte sich meine Laune schlagartig. Bereits nach den ersten brachialen Akkorden und den unverwechselbaren Grunzern von Jamie stand fest, wer der eigentliche Headliner dieser Tour war. Die enorme Energie und Ausstrahlung, die vom Frontmann der Jungs aus Connecticut ausgeht, verfehlte ihre Wirkung nicht und alsbald war die Menge am rotieren. Das ganze gipfelte in einem Monster-Circle-Pit bei ihrem Kracher Last Breath. Auch die Songauswahl hat mich überzeugt - eine gute Mischung aus alten und 'nicht ganz so alten' Stücken. Mir fallen auch nach einigem Nachdenken nicht viele Bands ein, die so einen Auftritt toppen könnten.

    Logisch, dass nach so etwas keiner gerne auf die Bühne will, es sei denn vielleicht, die Band heißt Agnostic Front...? Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein: Zwar waren die New Yorker Dinosaurier um ein druckvolles Auftreten bemüht, doch mehr als heiße Luft bekam hier niemand geboten. Vom Spielerischen her völlig indiskutabel und mit (den mittlerweile leider gewohnt) intoleranten Ansagen zeigten sie ihrem Publikum, dass es schon längst Zeit gewesen wäre, die immer schlechter werdenden Auftritte an den Nagel zu hängen. Den passenden Kommentar dazu lieferte Stigma selbst, als er noch vor der Zugabe auf die Bühne reiherte. So was kann passieren, wenn man seinen eigenen Abgang verpasst...

    Nach längerer Umbaupause war es dann Zeit für Biohazard. Obwohl sich jetzt zu später Stunde die Reihen langsam zu lichten begannen, gelang es den Brooklyn-Bangern - trotz des Hatebreed-Massakers im Vorfeld - die Leute noch einmal zu begeistern. Ist ja klar, wenn man sein Set mit Shades Of Grey eröffnen kann. Trotzdem ließ die Songauswahl zu wünschen übrig, da bis auf drei brandneue Stücke (die nicht wirklich gut klangen) ausschließlich Songs der ersten drei Alben zum Besten gegeben wurden. Auch wenn die Combo um Herrn Seinfeld nicht mehr den frischesten Eindruck machte, war dies doch ein ganz gelungener Abschluss dieses Konzertabends.

    Zum Schluss bleibt noch zu erwähnen, dass man Evan Seinfeld durchaus um seine Frau beneiden kann...vielleicht sollte ich auch mal Gewichte stemmen?!

    (cj)

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