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    Fear Factory / Ektomorf /

    06.07.2004, Stuttgart, Röhre

    Kurz nach ihren Auftritten beim diesjährigen With Full Force beglücken die zwei Bands also auch noch die (in Stuttgart und Umgebung) Daheimgebliebenen mit einem Besuch. An sich ne gute Sache, vor allem, da ich Fear Factory am WFF nicht gesehen habe, da es bei ihrem Gig derbe geregnet hat... Ne weniger gute Sache dann der Abendkassenpreis: „stolze“ 22Euro! Wenn man (wie ich alter Sack) irgendwie immer noch in Mark denkt, dann wären das mal eben locker 44 Mark!!

    Naja, Ektomorf fingen jedenfalls pünktlich um 21 Uhr an, die Röhre war zwar nicht ausverkauft, aber mehr als gut voll und somit hatten sie mit ihren Live-Qualitäten und den zahlreichen Ektomorf-Fans dann auch von Anfang an leichtes Spiel. Der Wechsel zu Nuclear Blast hat der Band eindeutig geholfen ihre Popularität zu steigern, Videoclips, Rock am Ring-Auftritt – das bringt schon einiges, wohl auch finanziell, denn Zoly hatte eine nigelnagelneue Camouflage-ESP vor dem Bauch hängen... Das Set war sehr ähnlich, wie das beim WFF, los gings mit „I know them“ und „Destroy“ vom gleichnamigen neuen Album; es wurde (sowohl auf als auch vor der Bühne) wild Gemosht, Gehüpft und Gesungen. Auch Songs von „I scream up to the Sky“ wurden eingebaut („You leech“) und im Gegensatz zum WFF sogar einer vom Deutschland-Debut „Kalyi Jag“ („Sunto del mulo“) inkl. Roma-Gesang vom Basser, der der Bruder von Sänger Zoly ist. Zwischen den Songs bedankte sich Zoly immer wieder beim Publikum und auch wenn das Englisch in den letzten Jahren doch deutlich besser geworden ist, so kann man sich doch bei seinen Ansagen (z.B. „thank you so many much“) manchmal ein Schmunzeln nicht verkneifen. Zwischen den Songs ab und an vom Band eingespielte Folklore-Intros. Gegen Ende die Beatles-Cover-Version „A hard days night“ inkl. Hüpf-Mosh-Part am Schluss, der mir von Lennon, Harrison & Co. gar nicht so in Erinnerung war... Als Schlusssong gabs nach nur 35 Minuten „Fire“ und davor bedankte man sich noch ganz artig beim Management, der Crew und den Musikern von Fear Factory für die gemeinsamen Deutschland-Dates. Ach ja, die komplette Show wurde für einen Regionalsender mit 2 Kameras mitgefilmt.

    Schon nach 20 Minuten Umbaupause ging dann das Saallicht aus das Intro lief an. Dann wars Intro aus und erklang ein zweites Mal... und dann kam wieder Musik vom Band... aha! Um 22.15 Uhr, also nach weiteren 20 Minuten, dann das gleiche Spiel noch mal, Intro lief.... und diesmal kamen die (fantastischen) Vier danach sogar auf die Bühne! Christian Olde Wolbers, neuerdings zum Gitarrist mutiert, hatte sich mit seiner 7saitigen Jackson-Gitarre für die rechte Seite entschieden; der neue Basser baute sich vor einer Wand aus 2 Ampeg-Türmen links auf; in der Mitte natürlich Burton und hinter ihm thronte Raymond mit seinem Double-Bass (Old-School!)Tama-Kit. Links neben den Bass-Amps hatte gerade noch der Keyboarder Platz, der aber, wie auch früher schon, einen ehr undankbaren Job hatte, denn er war nur bei wenigen Songs zu hören und war irgendwie außen vor. Besonderen Schnickschnack suchte man vergebens, einzig ein großes Band-Logo im Tarn-Look prangte hinter den Musikern. Los gings mit den ersten beiden Songs des aktuellen „Archetype“-Albums und im Folgenden spielte sich die Band durch einen „Best-of“-Querschnitt durch ihr bisheriges Oeuvre. Mir persönlich hat „Scapegoat“ vom Debut gefehlt, aber bei einem derartigen Backkatalog, muss man wohl immer ein paar Fans enttäuschen – wenn man nicht gerade Sets von Metallica-Länge spielt.... Als Überraschung gabs mit „School“ ne Coverversion von Nirvanas „Bleach“-Album und zum Abschluss „Timelessness“ von „Obsolete“ mit dem wohl keiner gerechnet hatte, denn der Song wird eigentlich nur von Burtons Gesang vor einer Soundkulisse getragen (es waren also auch keine der anderen Musiker auf der Bühne), kam aber gut! Alles in allem ein souveräner Gig, der imposant unterstrich, dass mit den Herren auch in Zukunft zu rechnen ist - wenn auch Burtons Stimme bei den melodischen Passagen nicht ganz durchhielt und er allgemein eher schlecht und etwas abgefuckt aussah. Und, was fällt auf, wenn man die untenstehende Setlist checkt? Genau: kein einziger Song vom „Digimortal“-Album, dem letzten, an dem Ex-Gitarrist Dino Cazares noch beteiligt war! Da mag man jetzt rauslesen was man will, ist im Endeffekt aber auch egal, ich bin da völlig ihrer Meinung, das Album braucht kein Mensch!

    Setlist Fear Factory:

    Slave Labor
    Cyberwaste
    Demanufacture
    Zero Signal
    Shock
    Edgecrusher
    Scumgrief
    Dogday Sunrise
    Pisschrist
    Resurrection
    Archetype
    School
    Martyr
    Replica
    Human Shield
    Timelessness

    (tj)

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