16 - Deep Cuts From Dark Clouds
Die kalifornischen Sludge-Meister 16 haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 1991 einen recht passablen Namen in Genrekreisen erarbeiten können. Ihr letztes Album „Bridges To Burn“ muss zwar als kleiner Ausrutscher eingestuft werden, der definitiv nicht auf Augenhöhe mit ihren älteren Werken war. Aber 2012 meldet man sich mit zehn neuen Stücken zurück, und um es gleich vorweg zu nehmen, „Deep Cuts From Dark Clouds“ ist eine Platte, die die Fans wieder versöhnen dürfte. Am Stil der Amis hat sich erwartungsgemäß wenig geändert, und ihre zähen, dreckigen Riffungeheuer schlagen nach wie vor in dieselben Kerben wie Neurosis, Corrosion Of Conformity und Eyehategod. Auch wenn 16 nicht aus New Orleans stammen, so haben sie sich doch den für Louisiana typischen, staubtockenen Sound zueigen gemacht. Allerdings haben sich die Kalifornier durchaus auch ihre eigenen Markenzeichen erarbeitet, wie zum Beispiel diese scheinbare Lässigkeit, mit der sie ihre Song herunterrotzen in Kombination mit dieser angepissten Grundstimmung, für die vor allem Cris Jerue am Mirko verantwortlich zu machen ist. Dauerdepressionen gehen einher mit schierer Hoffnungslosigkeit und klingen dennoch so entspannt wie Barbeque und Bier am Sonntagnachmittag. Und natürlich wäre da noch das Riffing, welches an Schwere kaum zu überbieten ist und sich besonders durch die exzellente Mischung aus Eingängigkeit und Sperrigkeit auszeichnet. Allerdings hat „Deep Cuts…“ auch mit einem mittelschweren Problem zu kämpfen, denn mit Ausnahme von „Bowels Of A Baby Killer“ und dem jazzigen Anfang von „Broom Pusher“ bewegen sich sämtliche Songs im selben Tempobereich, wodurch die ganze Geschichte etwas monoton wirkt, zumal Aufbau und Rhythmik der einzelnen Songs etliche Parallelen aufweisen. Ingesamt ist das sechste Studioalbum von 16 aber als gelungen zu bezeichnen und dürfte für Fans der Band einen Pflichtkauf darstellen und in ähnlichem Maße für Stoner- und Sludge-Freunde interessant sein. (cj)




