Blackmail - Anima Now!
Der König ist tot, es lebe der König. Für die Fans war es eine Hiobsbotschaft, als sie hören mussten, dass der Blackmailsänger Aydo Abay die Band verlässt; viele setzten das mit dem Ende der Band gleich. Aber von wegen, das Ausrufezeichen im Titel des neuen Albums unterstreicht es: die Band ist zurück, und wie! Gleich der stürmische Opener „Resonant Wave“ prescht enorm nach vorne, der neue Sänger Matthias Reetz passt optimal ins Bild, versucht nicht Abay zu kopieren, ist aber auch nicht zu weit von ihm weg, so dass es recht schnell möglich ist, das Gehörte unter dem Blackmail-Banner zu sehen. Die 13 Indierock-Perlen sind, wie eigentlich schon immer bei dieser Band, enorm abwechslungsreich und besonders im Detail durchaus verliebt. Fantastisch wie die Band nach den zwei rockigen ersten Tracks bei „Night School“ enorm auf die Bremse tritt und einen melancholischen Midtempo-Hit serviert, bei dem automatisch Bilder von Nachtschwärmern vor dem inneren Auge auftauchen, die ihren Kummer am Tresen in Gläser füllen. Kurt Ebelhäuser, Produzentenfuchs von u.a. Escapado, Donots und Mastermind bei Blackmail, hat offensichtlich noch lange nicht genug und im ehemaligen Junias-Sänger Reetz einen optimalen Partner gefunden, der nicht nur stimmlich ein Volltreffer ist, sondern auch noch Gitarre spielt und sogar direkt am Songwriting beteiligt wurde. Und ein eigenes Label haben sie auch noch gegründet. Wow. Das nennt man dann wohl nahtlosen Übergang! Irgendwie anders ist auch das Schlagzeug. Ich dachte schon, der Drummer wurde auch ausgetauscht, dem ist aber gar nicht so – der war nur recht krank bei den Aufnahmen und wurde deswegen vom Dioramic-Drummer vertreten! Das Album gibt’s auch in 'ner schicken, limitierten Version, die mir leider nicht vorliegt – mit drei Bonustracks und 'nem Poster ist das aber schon ein Kaufanreiz. (tj)




