Starkweather - This Sheltering Night
Starkweather gründeten sich 1989 und kombinierten bereits Metal und Hardcore zu einer Zeit, in der noch niemand von Metalcore sprach. Sie sind absolute Vorreiter des Genres und trotzdem nicht wirklich Teil davon. Die Veröffentlichungspolitik der Band war gelinde gesagt zurückhaltend. Nach ihrem Debütalbum 1991 folgten einige Splits sowie ein Album 1995 und eines 2006. Trotzdem oder gerade deshalb konnte sich die Band bei Kennern einen legendären Ruf erarbeiten. Jetzt liegt Album Nummer vier vor. „This Sheltering Night“ wirkt wie aus einer anderen Zeit. Die Eckpfeiler Metal und Hardcore bilden klar das Fundament des Sounds, allerdings hat die Art und Weise wie Starkweather diese Stile kombinieren nichts mit dem zu tun, was man heute als Metalcore bezeichnet. Tatsächlich gibt es keine andere Band die auch nur annähernd als Vergleich herhalten könnte. Der Sound ist extrem düster und sperrig. Fiese Riffs werden immer wieder von ruhigeren düsteren Zwischenspielen unterbrochen. Die Songs haben eine sehr eigenwillige Dynamik und warten immer wieder mit melodischen Funken auf. Die Vocals pendeln zwischen verzweifeltem Krächzen, bösen Growls und spoken word Passagen. Die Songs sind allesamt überlang und kratzen schon mal an der 10-Minuten Grenze. Die Platte anzuhören stellt sich als sehr anstrengendes Unterfangen heraus. Die Tracks weisen keinerlei Momente auf, die auch nur ansatzweise eingängig sind. Leider schafft es die Truppe in meinen Augen auch nur bedingt eine packende Atmosphäre zu erzeugen. An Starkweather werden sich somit wieder einmal die Geister scheiden. Entweder man liebt die Einzigartigkeit und progressive Art der Band oder man kann schlichtweg nichts damit anfangen. Alte Fans oder experimentierfreudige Zeitgenossen werden sicher ihren Spaß an der Platte haben. Ein Massenpublikum spricht die Band aber definitiv nicht an. (rg)




