Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion
Dredg sind ein Phänomen. Die beiden Alben “El Cielo” und „Catch Without Arms“ waren nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch musikalisch äußerst wertvoll. Die Band kreierte einen atmosphärischen Rock Sound, der Elemente von Tool und At The Drive-In aber auch von Pink Floyd und Pop Musik vereint und absolut eigenständig klang. In den letzten Jahren war es relativ ruhig um die Band. Die Jungs erlaubten sich nach Touren und Filmmusik Projekten zwar eine Auszeit, verbrachten aber gut ein Jahr damit das neue Album zu schreiben. Auf diesem ist die Handschrift der Truppe aus Kalifornien eindeutig zu erkennen, aber auch eine deutliche Weiterentwicklung zu spüren. Dredg wirken heute leichtgewichtiger und aufgeräumter, ohne dabei aber ihren Biss und die progressive Ausrichtung verloren zu haben. Im Gegenteil, letztere scheint eher noch ausgeprägter. So experimentiert die Band viel mit ungewöhnlichen Sounds und Stilelementen. Trotz aller Verspieltheit kommen die Songs aber immer genau auf den Punkt. Einmal mehr beeindruckt die Band durch ihr unglaubliches Gespür für einerseits coole Sounds und griffige Riffs, andererseits aber auch mit der dichten Atmosphäre und einnehmenden Melodieführung. Auch der eindringliche, charismatische Gesang von Frontmann Gavin Hays ist einmal mehr eine absolute Bereicherung für die Band. Obwohl die Platte insgesamt einen sehr entspannten Eindruck macht, liegt permanent eine Spannung in der Luft. Das Album ist sehr vielschichtig, es gibt auch nach vielen Durchläufen noch Feinheiten zu entdecken. Insgesamt enthält das Album 18 Songs, unter denen sich aber auch einige atmosphärische Instrumentale wiederfinden, welche die eigentlichen Songs miteinander verbinden. „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ ist ein großartiges, zeitloses Rock Album wie man es nicht alle Tage in die Finger bekommt. Ganz großes Kino. (rg)




