Dredg - Live At The Fillmore
„Live At The Fillmore“? Da war doch was… genau, so hiess vor ewigen Zeiten auch ein Livealbum der Bay Area Thrasher Testament. Bay Area stimmt schon, auch Dredg sind hier zu hause, im Thrash aber gar nicht so und mit (nem) Testament hat diese Veröffentlichung auch nichts zu tun. Eher so mit Verkürzung der Wartezeit bis zum nächsten Studioalbum. Und nach drei Studioalben ist das auch ok so. Wobei mir jetzt auf Anhieb kein wirklich herausragendes und notwendiges Livealbum einfällt, mal abgesehen von den diversen coolen „Unplugged“-Konzerten, aber da liegt der Reiz ja auch in der akustischen Neubearbeitung des Materials. Wobei Neubearbeitung – das passt hier auf jeden Fall, denn viele Songs präsentieren sich im neuen oder erweiterten Gewand, „The Ornament“ war auf dem letzten Studioalbum beispielsweise ohne Gesang vertreten und wird live mit Vocals versehen. Viele Bands langweilen mit Livealben auf denen sie die Songs exakt so reproduzieren, wie man sie schon von den Studioalben kennt, oder bearbeiten die Aufnahmen später noch um sich keine Blöße zu geben. Nicht so Dredg! Hier kippt manchmal die Stimme oder fehlt sogar mal ein Snareschlag – sehr sympathisch das. Erstaunlich auch der homogene Eindruck des Materials der Show, fette 19 Tracks hat die Band auf das Album gezwängt, die sich über alle bisherigen Alben verteilen und sogar die ein oder andere Überraschung bzw. Rarität beinhalten: „The Warbler“ haben wohl die wenigsten vorher gehört. Sehr schön auch das schlicht aber stylish gestaltete Booklet mit Fotos, die während und um die Show herum entstanden. Teilweise erkennt man erst beim zweiten Hinsehen, um was es sich genau handelt und das passt ja auch wieder ideal zur Musik von Dredg, bei der lohnt sich genaues Achtgeben auch immer, weil´s halt so viel zu entdecken gibt. (tj)




