Fire In The Attic - dto.
Mit ihrem letzten Album "Cum grano salis" landete die Band einen Aufsehen erregenden Promoerfolg, denn das Album lag in voller Länge der Visions bei. Das hat auf jeden Fall mal Aufmerksamkeit garantiert und das Album konnte dann auch noch was. Als der Ballon der Band also stetig am Steigen war, kam das fiese Schicksal mit der großen Nadel und ließ die Luft in Form des plötzlichen Ausstiegs des Sängers raus. Das führte zum Absturz und der hätte fast zum finalen Aus geführt. Die Band machte aus der Not dann aber eine Tugend und zauberte überraschend schnell einen 20jährigen Briten aus dem Hut. Im letzten Sommer war der noch Keyboarder bei Kenai, die zuvor auch schon mit Fire In The Attic aufgetreten war. Kenai sind mittlerweile Geschichte und so ergab sich der Einstieg bei FITA - und die schaffen das Kunststück nach nur einem Jahr und trotz hohem Schicksalsschlag-Faktor in Jahresfrist Album Nummer vier nachzulegen. Und um den Neuanfang noch zu unterstreichen, haben sie es auch gleich selbstbetitelt. Ein neuer Sänger bringt natürlich Veränderungen mit sich, denn schließlich ist die Stimme das markante Aushängeschild einer Band. Thomas macht auf jeden Fall eine gute Figur, mein Eindruck ist, dass mittlerweile die Anteile der Shouts im Verhältnis zu melodischem, mehrstimmigem Gesang zugenommen haben. Das mit 1,27 erstaunlich kurz geratene, fast schon hysterische "Heartbreaks For Paychecks" unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll. Beim anschließenden "Clockwork" geht´s dann (zum Erholen?) wieder etwas ruhiger zu. Ich hätte aufgrund der Keyboard-Vergangenheit des Neusängers mehr Input aus dieser Richtung erwartet, da halten sich FITA aber erstaunlich zurück. Bei "Sinking (Relationship)" ist ein Akkordeon und etwas Keyboard zu hören, an anderer Stelle beispielsweise ein paar programmierte Beats, der Überraschungs- bzw. Weiterentwicklungsfaktor wurde aber insgesamt (bewusst?) recht niedrig gehalten. Unterm Strich also erneut ein starkes Album, bei dem es den Jungs wohl primär darum ging, zeitnah zu zeigen, dass sie keinen Schaden genommen haben und voll einsatzfähig sind. Mal sehen, ob das zweite Album mit dem dann nicht mehr gar so neuen Sänger mehr Überraschungen birgt. (tj)




