Hawthorne Heights - Fragile Future
Manchmal nehmen die Dinge eine seltsame Wendung. Das letzte Album von Hawthorne Heights war in den Staaten sehr erfolgreich. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs begaben die Band und ihr Label Victory sich in einen Rechtsstreit in dessen Verlauf reichlich schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit gewaschen wurde. Letzten Endes ist die Band jetzt aber zu Victory zurück gekehrt und es scheint alles wieder in bester Ordnung zu sein. Keine bösen Worte werden mehr über die andere Partei verloren. Seltsame Sache. Eine weitere wohl noch gravierendere Sache die sich im Leben der Band seit dem letzten Album ereignete, ist der Tot von Gitarrist und Schreier Casey Calvert. Die Band hat keinen Ersatz für ihn eingestellt und so manifestiert sich die erste auffällige Änderung im Sound der Band, es werden keine geschrienen Vocals verwendet. Ansonsten ist die Band ihrem Stil weitgehend treu geblieben. Die Ecken und Kanten der Songs wurden etwas geglättet und so fallen Hawthorne Heights auch nicht mehr ganz so typisch in die Emo Schublade wie bisher. Um reichlich emotionale Rockmusik handelt es sich aber bei dem Sound noch immer. Erfunden hat die Truppe diesen Sounds ohnehin nicht und auch das neue Album ist im Grunde nicht besonders innovativ. Allerdings hat die Band es geschafft, zwölf großartige Songs auf das Album zu packen, die allesamt unter die Haut gehen. Mal lassen sie es sehr ruhig angehen, mal mit reichlich Pathos versehen, dann wieder etwas quirliger und rockiger. Vor allem die charismatische Stimme von Sänger J.T. Woodruff zieht den Hörer in seinen Bann. Doch auch die Arrangements und eingängigen Melodien verfehlen ihre Wirkung nicht. Jeder Song hat seinen eigenen Charme. So ist "Fragile Future" das beste und ausgereifteste Werk der Band. Sicherlich eines der stärksten Alben seiner Machart in diesem Jahr. (rg)




