Mucc - Gokusai
Das knallbunte Artwork fällt einem zuallererst in die Augen, dann folgt der erste Höreindruck mit dem Opener "Rave Circus Instrumental", das etwas an Filmmusik und die Berliner Anarchotruppe 17 Hippies erinnert. Der folgende Titeltrack rückt das Bild dann aber gleich wieder gerade und man ist gleich wieder mittendrin im Visual-Kei-Wunderland. Poppige, mehrstimmige Refrains treffen auf Slipknot-Passagen mit fett tiefergestimmten Gitarren und erzeugen so ein ganz eigenes Hörerlebnis. Die textliche Seite bleibt einem, als nicht dem Japanisch-mächtigen, natürlich völlig verborgen, trotzdem macht es Spaß das Album zu hören, einfach wegen der zunächst widersinnigen Kombination aus eingängigen J-Pop-Passagen mit New Metal-Gitarren und immer mal wieder eingestreuten bösen Growl und Drum-Walzen-Passagen wie z:B. bei"Nageki No Kane", das dann sogar überraschen nen Ska-Part einstreut. Überhaupt mischen die Asiaten munter und bedenkenlos alles in ihr Stilgulasch, was ihnen grade so vor die Flinte kommt: Alternative Rock, PopPunk, Death Metal (!!!, man höre "G.M.C."), Schunkel-Schlager mit Mundharmonika (echt jetzt!), klebrig-grellbunter Manga-Sound ("Panorama") und sogar Hardcore-Elemente ("D.O.G.") werden verwurstet - interessant das, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das abseits des Exotenbonus in Europa große Käuferschichten erreichen wird. (tj)




