Hacride - Amoeba
Ring frei für die zweite Runde, das doch arg mit Understatement als Amöbe betitelte zweite Album der Franzosen Hacride - wenn die Musik das Äquivalent eines Einzellers darstellt, dann möchte ich ja gar nicht wissen, wie höher entwickelte Lebensformen klingen würden. Nach Gojira im letzten Jahr erfreut Listenable Records erneut mit einer hochkarätigen Band aus unserem Nachbarland, die man unbedingt im Auge behalten und auf der Rechnung haben sollte. Neben den genannten Landsmännern Gojira, sollte auch der Name Meshuggah in einem Review der Band auftauchen, wobei man hier doch wesentlich songorientierter arbeitet als das die Schweden in den letzten Jahren taten. Manche Passagen verdienen dann auch fast nen Prog-Stempel, aber der schreckt ja eher ab, als das er als Qualitätssiegel durchgeht. Das Quartett zeigt sich stilistisch extrem beweglich, klar ist das meiste schon recht derb, aber in diesem Rahmen passiert wild durcheinander Thrash, Death und manchmal sogar Folklore-artiges. Wobei das hauptsächlich bei "Zambra", der Coverversion bzw. der Kollaboration mit der spanischen Combo Ojos De Brujo, durchbricht. Deren Album "Bari" landet bei mir seit Jahren immer mal wieder im Player - hat aber nichts mit Metal zu tun... Die Band biegt immer mal wieder unerwartet ab, wilde Breaks en masse, Polyrhythmen und dann wieder getragene melodische Passagen, ein wilder, einstündiger Ritt auf den einen die Band da mitnimmt und der einen am Schluss atemlos, erschüttert aber mit einem glücklichen Grinsen zurücklässt. Vier Monate hat die Band für die Aufnahmen investiert, herausgekommen ist ein sehr starkes Album und zehn überzeugende Tracks. (tj)




