Thrice - Vheissu
Mit diesem Album legen die Kalifornier ihr viertes Werk vor und beschreiten weiter den Pfad der Weiterentwicklung. Ist das Post-Hardcore? Ist das Emo? Ist das Metalcore? Ist das Pop? Ist das wichtig??? Mit nichten! „Vheissu“ ist einfach ein unglaublich stimmiges Album geworden. Die Band hat Großteile des Materials auf Tour geschrieben, sich bewusst mit genrefremden Elementen und Tempi befasst und sich absichtlich einen Produzenten ausgesucht, der sonst weniger für „harte“ Gitarren bekannt ist. Steve Osborne, der u.a. bereits mit U2 und Peter Gabriel gearbeitet hat, war offensichtlich genau der richtige Mann zur rechten Zeit und hat mit der Band etwas Großes geschaffen. Hammond-Orgeln, Chöre aber auch wuchtige Gitarrenwände und „die Seele aus dem Leib schreien“-Gesangs-Passagen machen den dritten Song „The Earth Will Shake“ zu einem auf lange Zeit unvergesslichen Erlebnis. Und unmittelbar danach schiebt die Band den ruhigen, aber nicht weniger intensiven Song „Atlantic“ nach, der mit programmierten Beats beginnt und von dem gefühlvollen Gesang von Dustin Kensrue getragen wird. Und es geht gerade so weiter, Highlights und Herzblut aller Orten. Auch textlich gibt es viel zu entdecken und einen Teil des Verkaufserlöses spendet die Band wie immer für wohltätige Zwecke. Klingt konstruiert, überambitioniert und fast zu schön um wahr zu sein? Auf die Idee könnte man schon kommen, aber „Vheissu“ ist einfach vom ersten bis zum letzten Ton großartig gelungen und gehört für mich eindeutig zu den Alben des Jahres, Punkt, bzw. Ausrufezeichen! (tj)




