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Die kanadische Metal-Formation DESPISED ICON haben mit ihrer neusten Veröffentlichung ?The Healing Process ? nicht nur in Nordamerika, sondern auch in unseren Gefilden voll eingeschlagen. Man ist der Verpflichtung durch Century Media vollauf gerecht geworden, und in meinen Ohren sind sie jetzt schon einer der Aspiranten auf den Album-des-Jahres-Award. Die Jungs sind gerade von ihrer Kanada-Tour zurück und Sänger Alex Erian fand die Zeit, mir einige Fragen E-mail-technisch zu beantworten.

Hi, wie geht's?

Alex Erian: Hi, mir geht's gut, danke.

Würdest Du bitte als erstes Dich und die Band kurz vorstellen?

Alex: Ich heiße Alex Erian und bin einer der zwei Sänger von DESPISED ICON. Wir sind eine Death-Metalcore-Band aus Montreal. In einem einzigen Song können wir von nervenaufreibenden Blastbeats zu arschtretenden Breakdowns springen, ohne ihn dabei auseinander zu reißen. Außerdem versuchen wir technische und rhythmische Wendungen bzw. Finessen in jede Komposition mit einzubinden. Das sind wir, und was wir machen.

Was bedeutet ?DESPISED ICON? (für Dich)?

Alex: Der Name ist eine einfache Erinnerung daran, wie schwach die Stellung jedes Einzelnen von uns in Wirklichkeit ist. An diesem Tag bejubelt, am nächsten gehasst werden? Viele Leute machen diesen Scheiß durch und unser Bandname verkörpert genau das. Außerdem klingt er cool?Haha.

Ihr habt gerade Eure neue CD ?The Healing Process? veröffentlicht. Was kannst Du über Euer ?Baby? erzählen. Seid Ihr mit Eurer Arbeit zufrieden?

Alex: Wir haben das ganze letzte Jahr ununterbrochen gearbeitet; hauptsächlich Stücke geschrieben und diese aufgenommen. Wir haben 2004 eine EP, eine Split-CD und das Album aufgenommen, irgendwie ist es also eine Art Belohnung, jetzt ?The Healing Process? zu veröffentlichen. Wir glauben fest daran, dass es unser bis dahin bestes Material beinhaltet und dass es definitiv besser klingt als alles, was wir jemals aufgenommen haben. Die Arrangements, das Spielerische und die Songstrukturen haben sich seit unserem ersten Album drastisch verbessert, und ich bin versucht zu sagen, dass alles auch viel variabler geworden ist. Ich bin glücklich damit, wie das Album geworden ist. Der Sound ist nicht zu poliert und auch nicht zu dreckig, also genau zu unserem Style passend. Das Album wurde von unserem Gitarristen Yannick St-Amand (Neuraxis, Ion Dissonance) produziert, von J.F. Dagenais (Misery Index, Kataklysm) gemixt und von Alan Douches (Shadows Fall, The Dillinger Escape Plan) gemastert. Wir können uns glücklich schätzen, mit solch talentierten Leuten zusammen gearbeitet zu haben. Sie hatten so viel Geduld mit uns! Wir neigen dazu ewig lang am kleinsten Detail herumzumachen, und diese Leute sind alle so beschäftigt, deshalb hat es auch so lang gedauert, das endgültige Master zusammenzubekommen.

Im Vergleich zu Euerm ersten Album ?Consumed By Your Poison? klingt es viel erwachsener und wesentlich komplexer. Was kannst Du über diese Entwicklung im Einzelnen sagen?

Alex: Nachdem wir uns unser erstes Album anhörten, als es erschienen war, fühlten wir, dass irgendetwas nicht so war, wie wir es gerne gehabt hätten. Es präsentierte deutlich viele unserer Metal-Einflüsse und man verglich uns mit Dying Fetus und anderen. Zu Beginn war das zwar schmeichelhaft, mit der Zeit wurde es aber ziemlich nervig. Deshalb wollten wir uns darauf konzentrieren, unseren eigenen Sound zu entwickeln. Die ?Syndicated Murderers EP?, unsere zweite Veröffentlichung, zeigte dann diese musikalische Verschiebung. Ich denke, wir konnten die essentiellen Bestandteile der ersten Platte beibehalten und ich bin mir sicher, dass die Leute, die uns seit den Anfängen verfolgen, dies auch erkennen können. Aber es gab auch einige Veränderungen, die viel mit dem Besetzungswechsel zu tun hatten, und mit unserem Willen, die besten erdenklichen Mosh-Beats und Breakdowns aufzutüfteln. Das ist der Punkt, wo die ganzen Hardcore-Einflüsse zum Tragen kommen. Der Gesang ist jetzt abwechslungsreicher und umfasst alles von tiefem Grunzen, über Tough-Guy-Shouts bis hin zu hohen, kreischenden Grind-Vocals. Anstatt immer wieder zwischen schnellen Blastbeats und langsamen Mosh-Riffs hin und her zu wechseln, wie auf unserem ersten Album, haben wir diese nun in einzelne Abschnitte gegliedert. Außerdem haben wir bei den Blastbeats generell an Tempo zugelegt. Deshalb ist die Platte so geworden, wie Du sie beschrieben hast.

Wie schreibt ihr im Allgemeinen Eure Songs (wer liefert die Ideen, wie geht's dann weiter, etc.)?

Alex: Wir schreiben unsere Musik nicht, wie es andere Bands machen. Ca. 75% des Albums sind dadurch entstanden, dass ich komplette Songs am Schlagzeug entwickle und diese Beats dann einen nach dem anderen am Computer programmiere. Eric - unser Gitarrist - und ich hören uns dann diese Drum-Patterns an und schreiben die Musik darüber, anschließend bearbeiten wir bestimmte Arrangements noch mal mit der gesamten Band. Wir verwenden viel Energie darauf, exakte Rhythmusteile auszuarbeiten und den Rest dann um dieses Gerüst herum aufzubauen. Die meisten Texte auf dem Album sind von mir, die Restlichen hat Steve geschrieben. I mag die Art wie er seine Gedanken lyrisch ausdrückt wirklich sehr, und ich denke wir haben ähnliche Ansätze, die sich gegenseitig gut ergänzen. Wir werden aber wahrscheinlich einiges anders machen, wenn wir anfangen, die Musik für unser drittes Album zu schreiben. Es wird sich dann mehr um eine Art Gruppenarbeit handeln, also wird sich unser Sound hoffentlich auch weiter entwickeln.

Was ist mit dem Albumtitel? Könnte man sagen, dass diese Platte ein ?Heilungsprozess? für die Band war?

Alex: Ich würde auf jeden Fall sagen, dass jeder in der Band im vergangenen Jahr einiges zu überwinden hatte, egal ob dies nun mit dem Tod, Depression oder sonstigen ?Härtefällen? des Lebens zu tun hatte. ?The Healing Process? dreht sich hauptsächlich darum, wie wir mit dem Scheiß, der jeden Tag passiert zurechtkommen und versuchen, dem Ganzen irgendetwas Positives abzugewinnen. Wir sind alle ziemlich normale Kids, aber hey?wir alle müssen uns früher oder später mit diesen Dingen auseinandersetzen?!

Ihr seid/wart ab dem 2. April auf Tour durch Kanada. Wie waren die ersten Shows, und wie sind die neuen Songs angekommen?

Alex: Wir sind gerade von unserer Kanada-Tour zurück und ja, wir hatten unterwegs eine gute Zeit mit unseren Bros von Ion Dissonance. Wir fingen zur gleichen Zeit wie sie an und haben mit den Jungs schon eine Menge Projekte und Bands am Laufen gehabt. Es war auf jeden Fall geil, die Möglichkeit zu haben das erste Mal mit ihnen zusammen auf Tour zu gehen. Außerdem sind wir jetzt auch auf dem gleichen Label; es könnte also nicht besser laufen. Die Tour war ziemlich cool und viele Kids moshten mit, also denke ich, dass es ihnen gefallen haben dürfte.

Habt ihr Pläne für eine US- oder sogar eine Europatour?

Alex: Ich denke man kann sagen, wir haben zurzeit echt verdammt viel Glück, denn unsere erste US-Tour wird mit niemand anderem als Deicide, Immolation, Skinless und With Passion stattfinden. Ich kann's kaum erwarten! Das wird ein Gemetzel? Weitere Tourpläne werden wir in Kürze verkünden.

Reden wir (noch mal) über die Lyrics? Steve und Du schreiben sie, aber in wieweit ist der Rest der Band daran beteiligt?

Alex: Ja, Steve und ich schreiben sie, und der Rest überlässt das alles uns. Ich bin sicher, dass sich jeder in der Band irgendwie mit dem, was wir sagen identifizieren kann.

Eure Texte sind sehr persönlich und klingen meistens sehr bedrückend. Wollt Ihr eine negative Einstellung zum Ausdruck bringen, oder ist das nur Eure Art mit dem ganzen Scheiß umzugehen?

Alex: Die Texte sind in der Tat depressiv und vermitteln die Stimmung, die man hat, wenn alles auseinander zu fallen droht, wenn man spätnachts allein mit seinen Gedanken ist. Über all das zu schreiben scheint dabei zu helfen, mit genau diesen Situationen umgehen zu können. Wir schreiben meistens für uns selbst und versuchen bestimmte Ideen in einer undurchsichtigen Art und Weise so darzustellen, dass die Leute nicht genau verstehen, um was für eine Situation es sich handelt. Ich weiß, es klingt etwas schräg, über Dinge zu schreiben, die man eigentlich geheim halten will, aber egal?

Stimmt es eigentlich, dass Du der ehemalige Schlagzeuger bist, und ihr jetzt einen neuen Mann an den Drums habt? Wie kam es dazu?

Alex: Yeah, ich habe auf dem ersten Album Schlagzeug gespielt und nahm Maries Platz am Mikro ein, als sie die Band verließ. Wir haben nun Alex Pelletier hinter dem Schlagzeug und er ist der Wahnsinn. Er ist wirklich einer der besten neuen, kanadischen Drummer in der Metal- und Hardcore-Szene. Hör Dir das neue Album an und Du verstehst warum.

Wo liegen Eure musikalischen Wurzeln? Welche Bands hatten großen Einfluss auf DISPISED ICON?

Alex: Das sind Bands wie : The Red Chord, Suffocation, Deadwater Drowning, Dying Fetus, Premonitions Of War, Misery Index, Glass Casket, Aborted, Throwdown, Devourment, Burnt by the Sun, Circle of Dead Children, Hatebreed, Hate Eternal, Between The Buried And Me, Nile, Bury Your Dead, Origin, Remembering Never, All Shall Perish, Pig Destroyer, Leng Tch'e, Born From Pain, The Black Dahlia Murder, Blood Has Been Shed, Into The Moat, Cephalic Carnage, Ion Dissonance, Decapitated, The Acacia Strain, Terror, Disgorge, etc.

Wie seid Ihr in Kontakt zu Century Media gekommen und wie habt Ihr den Deal gekriegt?

Alex: Vor fast einem Jahr haben wir beschlossen, eine 2-Song-Promo-EP aufzunehmen, und haben diese dann an ein paar Labels geschickt, nur um zu zeigen, dass wir nach dem Line-Up-Wechsel noch am Leben sind. Ich erinnere mich, wie wir kurz davor waren, bei Listenable Records zu unterschreiben, außerdem sprachen wir mit Willowtip und Goodfellow über eine Lizenzierung in Nordamerika. Plötzlich traten Leute von Century Media, Relapse und Earache mit uns in Kontakt (ja, ich weiß ?sorry für das ganze Namedropping ?haha). Wie auch immer, wir bekamen einen Vertrag mit Relapse für eine Split-CD und unterschrieben dann bei Century Media. Stacy von Abacus (Hardcore-Abteilung von CM) gefiel unser neues Zeug offensichtlich sehr gut, und sie redete mit dem Rest der CM-Crew über uns, und so wurden wir letztendlich gesignt. Bis jetzt waren alle Leute dort super cool zu uns, und ich könnte über all dies nicht glücklicher sein. Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass Century Media uns derartig unterstützen würde, wie sie es im Moment tun. Also haben wir ganz genau das gefunden, was wir gesucht haben.

Was steht als nächstes nach der Tour an (vielleicht eine DVD oder eine Live-Platte)?

Alex: Mehr Touren, dann ein weiteres Album und noch mehr Touren. Eine DVD wäre cool, aber Live-Platten hasse ich.

Irgendwelche letzten Worte?

Alex: Danke für den Support! Stay Metal!!!

Das Interview würde geführt von Chris Jennert

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