Architects - Hollow Crown
Architects aus dem Südenglischen Brighton konnten schon mit ihrem letzten Werk "Ruin" auch hierzulande einige Leute für sich interessieren und wurden als heißer neuer Import von der Insel gehandelt. Dieser Status wurde spätestens durch die Teilnahme der Jungs an der kürzlich beendeten Never Say Die Tour untermauert. Definitiv eine der stärksten und überraschendsten Bands im Packet. Jetzt legt die Truppe, die übrigens erst seit 2004 besteht, ihr drittes Werk vor. Auf "Hollow Crown" verfolgt die Band konsequent ihren eingeschlagenen Weg weiter und verfeinert ihren eigenständigen Stil. Die Band setzt sich wieder zwischen die Stühle aus Chaoscore und Hardcore, wobei die Songs deutlich aufgeräumter und fokussierter wirken als noch beim Vorgänger. Die Riffs sind klarer und die Kontraste stärker ausgeprägt. Trotzdem verlieren die Songs nichts von ihrem turbulenten "mit-dem-Kopf-durch-die-Wand"-Charakter. Wie schon auf "Ruin" zu erahnen war, spielen auch Melodien eine größere Rolle auf "Hollow Crown". Diese werden überraschend stimmig und sehr natürlich in den ansonsten ziemlich heftigen Sound eingebaut. Nicht zum Selbstzweck sondern als echte Bereicherung für die Songs. In diesem Zusammenhang sticht vor allem Frontmann Sam Carter heraus, der deutlich öfter seine charismatische Gesangsstimme zur Geltung bringt. Doch auch in den weitaus häufiger vorhandenen heftig geschrienen Parts haben seine Vocals deutlich mehr Ausdruckskraft als bisher. Das Album bleibt über die gesamte Spielzeit spannend und fordernd. Immer wieder tauchen interessante Arrangements und Riffs auf. Die Band ist immer für eine Überraschung gut und nimmt sich die künstlerische Freiheit die sie braucht. So passt auch der sehr gefühlvoll gesungene, fast schon balladeske Titeltrack bestens auf die Platte. Trotz dem hohen Maß an Abwechslung liegt der Wiedererkennungswert sehr hoch. Insgesamt hat sich die Band also enorm gesteigert und mit "Hollow Crown" ein rundum starkes Album abgeliefert. Alles richtig gemacht. (rg)




