Pinkish Black - Razed To The Ground
Pinkish Black aus Fort Worth, Texas, sind eine sehr außergewöhnliche Band, die sich – um es gleich vorweg zu nehmen – ohne Probleme von der breiten Masse abhebt. Zu dieser Extravaganz sind die Herren sicherlich aufgrund tragischer Ereignisse in ihrer Vergangenheit gelangt, denn früher war man noch unter dem Namen The Great Tyrant als Trio unterwegs, bevor sich der Bassist Tom Atkins das Leben nahm. Nach diesem schweren Schlag beschlossen Daron Beck und Jon Teague als Duo weiterzumachen und auch ihren musikalischen Ansatz völlig umzukrempeln. Lediglich mit Schlagzeug, Synthesizern und Gesang kreieren die beiden nun Musik, die irgendwo zwischen Doom, Rock, Post Punk, Ambient und schierem Krach anzusiedeln ist. Vorwiegend psychedelisch und oft industriell anmutende Sound Layer bestimmen den Höreindruck, begleitet von hymnenhaftem, teils sehr entrückt wirkendem Gesang. Angetrieben wird die ganze Chose von knorrigen Synthie-Bass-Lines und schleppendem, mitunter recht vertracktem Drumming. Vergleiche fallen schwer, und ungleich schwerer fällt eine wirklich adäquate Beschreibung dieser Musik. So zum Beispiel lassen sich die sieben Stücke nicht von herkömmlichem Songwriting bestimmen, vielmehr legen sie Wert auf außergewöhnliche Abläufe und unorthodoxe Arrangements. Sehr positiv fällt hierbei auf, dass das Soundgerüst sehr dicht und äußert atmosphärisch wirkt, stellenweise zwar abgehoben, ja sogar okkult, zu keiner Zeit aber unstimmig. Außerdem erweckt die Platte beim Hörer den Eindruck, dass man Zeuge von etwas ganz Besonderem werden darf. „Razed To The Ground“ klingt nach etwas großen, ja sogar nach etwas bombastischem. Immer wieder findet man sich in Spannungsbögen wieder, die andeuten, dass sich jetzt gleich Geniales ereignen muss. Dummerweise kommt es nie zu diesen herbeigewünschten Eruptionen und somit plätschert das Gehörte mehr oder weniger vor sich hin. Im Grunde wartet der Hörer die gesamte Spielzeit vergeblich darauf, dass sich endlich der große Genius von Pinkish Black offenbart. Anders formuliert, vieles scheint mehr zu sein, als es schlussendlich ist. Fazit: Beck und Teague komponieren nicht, um gute Musikstücke entstehen zu lassen, sondern um die Ungewöhnlichkeit ihrer Arrangements an sich zu zelebrieren. Wer Musik mag, die anders ist, nur um anders zu sein, kann hier ein Ohr riskieren. Für die restliche Musikwelt dürfte dies im besten Fall aber ein verstörendes Erlebnis sein. (cj)




