Majesty - Thunder Rider
Die Meinungen zum jüngsten Mitglied der Majesty Discographie gehen weit auseinander: Von überschwänglichem Lob bis hin zur Deklaration als belanglos findet man so ziemlich alles. Aber nun wollen wir uns diesem Silberling einmal unbefangen nähern. Handwerklich kann man Majesty schon einmal keinen Vorwurf machen. Die Produktion ist blitzsauber und lässt keine Wünsche offen. Die Songs auf „Thunder Rider“ sind eingängig und unverkennbar an Manowar orientiert - wirken sogar zeitweise wie ein Cover der Kings of Metal, da man selbst den Gesang zu imitieren versucht, jedoch hierbei kläglich scheitert. Weitere Einflüsse sind Wizard, Stormwitch und auch ein bisschen Iron Maiden und Stratovarius. Kompositorisch geht man keine Risiken ein und bedient jedes erdenkliche Klischee. Vom Albumcover bis hin zu den martialischen Titeln wie „Anthem of Glory“, „Metalliator“, „Rebellion of Steel“ und natürlich dem Titelsong „Tunder Rider“, weiß man die Fans zu bedienen. Von daher macht man grundsätzlich nichts falsch, jedoch gibt es keinerlei Überraschungsmomente. Alles auf „Thunder Rider“ klingt wie schon einmal gehört. Innovatives Songwriting oder ein gewisser Wille, sich von der breiten Masse von Heavy-Metal Bands abzuheben, ist nicht in den Ansätzen zu erkennen. Man könnte diese Scheibe sogar als easy listening bezeichnen, da sie den Hörer in keiner Weise fordert. Die eingefleischten Fans werden sicherlich Feuer und Flamme sein. Für mich ist „Thunder Rider“ eher ein nice-to-have- als ein must-have-Album. (jb)




