Navel - Loverboy
Was ein genialer Bandname! Äußerlich erst mal unschein- und vermeintlich vernachlässigbar, in seiner Funktion aber absolut elementar für das Entstehen eines jeden. Wenn man dann die Musik der Band hört, gehen die Gedanken spontan in Richtung der englischen Insel und längst vergangener Großtaten der Gallagher-Brüder; nur dass das hier noch wesentlich mehr Noiserock und Americana (man höre etwa „Sweetest Song“) in sich trägt und streckenweise sogar etwas nach Wüste oder gar entfesselten Beatles („Love Her“) klingt. Und Navel sind auch keinesfalls aus England, sie sind aus der Schweiz! Und es gibt sie schon seit zehn Jahren! Höchste Zeit also, dass sie auch in ihrem Nachbarland zu Ruhm und Ehre gelangen. Die Band um Gitarrist und Sänger Jari Antti hat offensichtlich auch ordentlich 70er-Psychedelic-Cerealien in sich reingefuttert und ist somit optimal und gehaltvoll aufgestellt fürs zehrende Musikerdasein. Die personifizierte Unschuld auf dem Cover soll wohl als Kontrast zum Albumtitel wirken, kann man ja durchaus machen. Das Foto ist von der jungen amerikanischen Fotografin Hilary Huelteen, auf deren Arbeit man zufällig im Internet gestoßen ist und sich spontan verbunden fühlte – bei Navel ist eben jede Menge Nabel… ähh: Bauchgefühl im Spiel! (tj)




