Mournful - Monochrome
Mournful aus dem Ruhrpott sind eine eigensinnige aber auch eigenständige Band. Das deutete ihre MCD aus dem letzten Jahr bereits an. Auf ihrem ersten Longplayer treiben sie es noch weiter und sind jetzt kaum noch einzuordnen. Sie sitzen zwischen den Stühlen. Die Band verarbeitet Einflüsse von Bands wie Radiohead oder Muse über Deftones bis hin zu Post-Hardcore a la Fugazi. Der Opener "Granada" war zwar schon auf der MCD zu hören, zeigt sich heute jedoch in völlig neuem Soundgewand. Der neue Sound steht der Band gut zu Gesicht, er ist sehr druckvoll, differenziert und hebt die einzelnen Facetten der Band hervor. Während den zwölf Songs, von denen ein weiterer von der MCD stammt, passiert sehr viel. Die Band breitet im einen Moment groß angelegt psychedelisch angehauchte Arrangements aus und brät einem im nächsten eine heftig rockende Keule über. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf Ersterem. Der Gesang ist dabei über weite Strecken zerbrechlich schmachtend im Stile von Muse, kann aber auch mal böse kreischen. Auf jeden Fall wird immer viel gelitten, was stellenweise auch an den Nerven zerren kann. Einerseits schön an der Platte ist, dass man auch nach mehrmaligem Hören immer wieder neue Facetten entdeckt. Leider wird dies durch einen niedrigen Wiedererkennungswert erkauft. Monochrome ist also sicher keine Platte für jede Stimmung und Lebenslage. Sie verlangt auf jeden Fall viel Aufmerksamkeit ab und ist eher zum aktiven Hören gedacht als zur Hintergrundbeschallung oder fürs Auto. Wer als gern zuhört wird sicher viel Spaß mit der Platte haben. Wer Easy-Listening sucht ist falsch. Einen Song bekommt ihr hier (rg)




