HEW - Gods
Die aus Nordrhein-Westfalen stammende Dreierformation HEW besteht seit ca. einem Jahr, und mit der selbst aufgelegten 5-Song-EP „Gods“ geben die Herren nun ihr erstes Lebenszeichen von sich. Für eine Eigenproduktion klingt die ganze Sache eigentlich recht gefällig und erstaunlich klar, wobei der Basssound leider etwas dünn ausgefallen ist, und auch bei den Gitarren würde man sich mehr Druck wünschen. Wer Schubladen aufziehen möchte, kann diese fünf Stücke in die gleiche Ecke wie Breach, Burst und eventuell auch Will Haven stellen. Auch wenn man bei vielen Passagen hört, wo die Inspiration herkommt, geben sich HEW zu keiner Zeit die Blöße, einfach nur abzukupfern, sondern sind bemüht, so etwas wie ihren eigenen Stil zu etablieren. Bis zu einem gewissen Maß gelingt ihnen das sogar, allerdings muss man auch anmerken, dass sich die Songs vom Aufbau her doch ziemlich ähnlich sind – was im Übrigen auch auf einige der Riffs zutrifft. Das wäre an für sich alles gar nicht so schlimm, wenn da nicht die spielerischen Defizite wären. Zwar sollte man berücksichtigen, dass die Herrschaften erst seit einem Jahr zusammen musizieren, aber punktgenaues Spiel hört sich dennoch anders an. Und auch wenn mir die HEW’sche Musik sehr sympathisch ist, und sie durchaus spannende Momente bieten kann, so kann ich doch nicht ausblenden, dass noch einiges an Arbeit auf die Jungs wartet, bis sie als eine vernünftige Combo durchgehen können. Meine Empfehlung wäre, so oft wie nur möglich live zu spielen, nicht nur wegen des ausbaufähigen Zusammenspiels, sondern weil man nur vor Publikum merkt, was für eine Wirkung die einzelnen Stücke überhaupt haben. Von der kreativen Seite aus betrachtet, ist „Gods“ ein beachtenswertes Stück Musik, welches aber leider einige Defizite in Sachen Professionalität und Handwerkskunst aufweist. (cj)




