Borknagar - Urd
Borknagar gehören zweifellos zu den Grundpfeilern des Melodic Avantgarde Black-Metals. Per Definition bezeichnet man als Avantgarde Künstler, deren Techniken und Ideen ausgesprochen experimentell oder den generell akzeptierten voraus sind. Dass diese Bezeichnung somit ohne Bedenken auf Borknagar bezogen Verwendung finden darf, beweisen die Nordmänner schon seit nunmehr 16 Jahren. Doch für eine Band ist nicht nur wichtig, sich künstlerisch weiterzuentwickeln, und dabei den Kollegen bestenfalls immer einen Schritt voraus zu sein. Wichtiger denn je sind Alleinstellungsmerkmale. Zu diesen Alleinstellungsmerkmalen dürfen bei Borknagar die epischen Gesangsharmonien gezählt werden, die man bis vor kurzem auch bei Dimmu Borgir vorfand. Das lag daran, dass der (nun) Ex-Bassist Dimmu Borgirs, Simen „ICS Vortex“ Hestnaes, bereits bei Borknagar in die Lehre ging. Doch kommen wir nun endlich zum neuesten Mitglied der Borknagar Diskographie – „Urd“. Auch hier gehen Borknagar wieder ungewöhnliche Pfade, die diesem Silberling jedoch mehr als gut zu Gesicht stehen. „Urd“ ist ein extrem vielschichtiges und faszinierendes Werk mit unzähligen Facetten. Vor allem fällt auf, dass Borknagar ihre Black-Metal-Wurzeln wieder stärker in dieses Album eingebracht haben. Dies allein wäre aber bei weitem nicht genug. Darüber hinaus arbeitet man verstärkt mit Harmonien, die man bereits zuvor bei Bands wie den Beatles vernommen hat und reichert diese mit Keyboardsounds, die mit einer ordentlichen Portion Deep Purple gewürzt sind, an. Äußerst gelungen ist auch das Wah-Wah-Solo bei „The Earthling“, der meiner Meinung nach ein absoluter Anspieltipp ist. Kurz gesagt ist „Urd“ ein spannendes und würdiges Album geworden, dass die eingeschworene Fangemeinschaft überzeugen wird und diese auch sicherlich vergrößern kann. (jb)




