Human Demise - Of Wicked Men And Their Devices
Human Demise sind jetzt ja schon ein paar Jährchen mit von der Partie, aber der große Wurf wollte ihnen mit ihrem Cleveland-Style-Hardcore bisher nicht gelingen. Die Niederländer, die traditionell im Fahrwasser von Integrity und Ringworm zu finden sind, wollen es noch einmal wissen und legen anno 2012 ihr zweites vollwertiges Album vor. Der Beipackzettel zu „Of Wicked Men And Their Devices” nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht von knochenbrechenden Drums, macht aus Konzertsälen Schlachtfelder und prophezeit dem Hörer, weggeblasen zu werden. Das könnte tatsächlich alles wahr werden, zumindest dann, wenn man alle guten Ideen dieser Platte in einen Song packt und das restliche Füllmaterial über Bord wirft. Nach einem sehr viel versprechendem Start in Form von zwei, drei coolen Songs in der ersten Hälfte des Albums, verläuft sich die ganze Angepisstheit und Aggression ziemlich schnell und unspektakulär im Sand. Der Opener „False Idols Versus False Altars“ macht zunächst ordentlich Laune, wobei mir beim folgenden „Falling Empires“ schon die Füße einschlafen. „Godspeed“ lässt das Stimmungsbarometer dann wieder etwas steigen, und auch „Solitary Deathmarch“ kann sich zumindest durch ein gelungenes Gitarrensolo auszeichnen, bringt aber gleichzeitig auch das große Problem dieser Band zum Vorschein: Ihr Songwriting ist extrem berechenbar und speziell das Riffing scheint unter einer Art Belanglosigkeitssyndrom zu leiden. Lediglich das im Mittelfeld platzierte „Postmortem Void“ kann das Niveau nochmals über die 08/15-Marke hieven und stellt damit im weiteren Verlauf der Platte die große Ausnahme dar. Das übrige Songmaterial muss zusammengefasst leider als Filler bezeichnet werden, denn hier schlafen einem mehr als nur die Füße ein… Es gelingt den Niederländern sogar das recht coole Haupt-Riff von „Baptized“ durch – wohlwollend formuliert – sehr merkwürdige Gitarren-Leads komplett an die Wand zu fahren. In dieser Verfassung wird es Human Demise wohl nicht gelingen, sich von der sowohl zahlenmäßig, als auch qualitativ stark aufgestellten Konkurrenz im Sektor des metallischen Hardcore abzusetzen. (cj)




