Nexus Inferis - A Vision Of The Final Earth
Nexus Inferis von der britischen Insel haben im letzten Jahr den „Rock The Nation“ Award gewonnen und werden als heißer Newcomer gehandelt. In der Tat traut sich das Trio, sich musikalisch abseits ausgetretener Pfade zu bewegen. Als „Future Extreme Metal“ bezeichnet das Label den Stil der Band und spricht gar von einem neuen Genre, welches die Band erfunden habe. Das schießt sicherlich über das Ziel hinaus, denn eine Kombination von Death/Black-Metal und Industrial hat man auch früher schon immer wieder mal gehört. Trotzdem klingt der Sound der Engländer auf Anhieb recht frisch. Es werden extremer Death-Metal, fieser Black-Metal und schräge Elektro Sounds vermischt. Behemoth meets Ministry. Das Klangbild, das sich daraus ergibt, klingt recht maschinell und unterkühlt aber auch sehr aggressiv und bösartig. Die keifenden Vocals sind nicht selten mit Verzerrern belegt. Der Opener „Tremor“ besticht vor allem mit seiner Raserei und schafft es, eine diabolische Atmosphäre aufzubauen, das folgende „The New Strain“ ist kaum minder brutal aber wirkt durch etliche Klangspielereien auch etwas zerfleddert. Im sieben-minütigen Titeltrack schaltet die Band dann einen Gang ins groovende Mid-Tempo zurück. Auch dieser Track gehört sicherlich zu den Höhepunkten der Platte, weil er trotz seiner Länge den roten Faden nicht verliert. Spätestens jetzt haben Nexus Inferis ihr zugegeben explosives Pulver aber verschossen. Was bis dahin noch als recht originelle Innovation klang, nutzt sich sehr schnell ab. Die Effekte sind oft unnötig und lenken mehr vom eigentlichen Song ab, als ihm zu dienen. So manövriert sich das Trio immer wieder in eine Sackgasse, aus der man nicht mehr ganz schlüssig herausfindet. Einige starke Momente gibt es immer wieder, doch selten wirkt ein Song schlüssig und auf den Punkt. Insgesamt muss man Nexus Inferis sicher Potential attestieren und für ein Debüt kann sich „A Vision Of The Final Earth“ durchaus sehen lassen. Um langfristig bestehen zu können, muss man aber dringend eine Schippe drauf legen und sich mehr auf das Songwriting und weniger auf Effekte oder Kostüme konzentrieren. (rg)




