Christ Agony - NocturN
Im Westen nichts Neues. Dafür aber im Osten, genauer - in Polen. Christ Agony, eine Death-Metal Combo, die 1990 gegründet wurde und bei der sich u.a. Tomasz ‚Reyash‘ Rejek (ex-Vader) für den Tieftöner verantwortlich zeichnet und Zbigniew „Infreno“ Prominski (Behemoth) dem Schlagwerk vorsitzt. Mit „NocturN“ legt das Trio dieser Tage ihr achtes Studioalbum in die Regale der Plattenhändler. Die Grundstimmung auf „NocturN“ ist düster, kalt und hasserfüllt. Dabei hat man sich im Hause Christ Agony nicht dem hochtechnischen Übeschall-Death-Metal verschrieben, sondern setzt gekonnt im Midtempo-Bereich an und erschafft damit eine Dampfwalze, die eine beachtliche Eigendynamik entwickelt. Doch die acht Songs auf „NocturN“ treiben nicht nur ohne Ende. Christ Agony haben durch die eingewobenen, ausgefeilten Melodien auf dieser Langrille auch ein durchaus eingängiges Album geschaffen, das ohne Zweifel den einen oder anderen zusätzlichen Durchlauf im CD-Player verbringen kann. Dass das Ganze mehr als die Summe seiner Bestandteile ist, bestätigt sich auch hier. Trotz des Line-ups ist dieser Silberling nicht Fisch und nicht Fleisch, oder besser gesagt nicht dem Death- und nicht dem Black-Metal zuzuordnen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und genau das macht „NocturN“ besonders interessant. (jb)




