Alcatraz - Smile Now Cry Later
Alcatraz haben kürzlich erst eine Split mit den Berlinern Final Prayer veröffentlicht. Jetzt liegt das erste volle Album der Band aus San Francisco vor. Stolze 20 Songs umfasst das gute Stück und beinhaltet Hardcore unter Hochdruck. Die Songs erreichen selten eine Spielzeit jenseits der drei Minuten. Entsprechend kompakt sind die Tracks ausgefallen. Geboten wird derber Dicke-Hose-Hardcore der Marke Terror oder Death Threat, mit weniger Metal, dafür stärkeren Punk Einflüssen. Deutlich spürbar ist auch der Fußabdruck, den Thrash im Sound der Band hinterlassen hat. Die Songs sind prollig, wirken aber authentisch und eben keinesfalls einfallslos. Zwar sind die Zutaten bekannt, Alcatraz vermischen sie aber auf smarte Weise. So entsteht ein Album, das jederzeit wütend, bissig und kompromisslos ist, aber keinesfalls zu stumpf. Das Songwriting bewegt sich in den engen Genregrenzen, klingt aber frisch und mitreißend, ohne jemals aufgesetzt zu wirken. Die Band steckt voller Spielfreude und Energie, was gut eingefangen wurde. Darum: „Smile Now Cry Later“ macht einfach Spaß und verliert auch bei Song Nummer 20 nicht an Kraft. Einige der Tracks sind kleine Hymnen und es gibt haufenweise Gelegenheiten für Crewshouts und Fingerpointing. Da macht es auch nichts aus, dass einmal mehr reichlich Hardcore Klischees bemüht werden. Wer auf Bands wie Terror und Konsorten steht, sollte sich Alcatraz unbedingt anhören. (rg)




