Bear - Doradus
Nachdem Bear bereits mit ihrer “Abstractions 2.0” für Aufsehen sorgen konnten, erscheint nun das erste volle Album der Belgier. Die Truppe besteht aus ehemaligen Mitgliedern von Bands wie The Setup und Death Before Disco. Stilistisch sitzen Bear dann auch zwischen den Stühlen dieser beiden Bands – zuzüglich Einflüssen von Bands wie Botch, Converger und Mastodon. Derber Hardcore trifft auf Chaoscore und derben Rock mit Hang zum progressiven. Im Vergleich zur EP ist insbesondere letzterer Aspekt noch deutlicher herausgearbeitet worden. Bear klingen sehr erdig, bissig und knarzig. Der Spagat zwischen hyperaktivem Chaos und geradlinigem Rock gelingt der Band dabei sehr gut. Die Platte ist voll von vertrackten Breaks, schrägen Beats und verschrobenen Riffs. Die Band verliert sich aber nie in der Ziellosigkeit, sondern klingt jederzeit fokussiert. Melodien spielen eine sehr untergeordnete Rolle, kommen aber hier und da auch vor. In Sachen Abwechslung hätte man sich auf der gesamten Albumlänge noch etwas mehr einfallen lassen können. Vor allem die Vocals wirken oft recht gleichförmig. Oft sind zwar Ideen vorhanden, kommen dann aber nicht voll zur Geltung. Trotzdem zeigen Bear mit “Doradus”, dass sie auch ein ganzes Album mit coolen Songs füllen können. Wer aggressiven aber gleichzeitig verschrobenen Sound mag, sollte sich die Band anhören. Auf dem Cover ist übrigens Top-Model Anouck Leperezu sehen. (rg)




