Opposite Sides - Lost Inside
Seit der Veröffentlichung ihrer ersten EP im Jahre 2004 hat sich der Stil der italienischen Opposite Sides stark gewandelt. Von der ursprünglichen Orientierung am technischen Death-Metal ist nicht mehr viel übrig geblieben. Mittlerweile bewegt man sich in melodiereichen, progressiven Industrial-Gefilden, was den aktuellen Longplayer „Lost Inside“ wesentlich eingängiger macht – eingängig auch, weil man sich nicht in progressiven Frickeleien verliert, sondern dieses Stilmittel dezent und sehr dienlich einsetzt. Man würzt die Suppe zwar ordentlich, versalzt sie aber nicht. Dieser Silberling hat durchweg ein ansprechendes und gehobenes Niveau. Was jedoch ausbleibt, sind richtige Highlights. Handwerklich ist „Lost Inside“ ein hervorragendes Album. Der Sound ist ausgefeilt und präzise definiert. Auch das technische Können der Band steht in keinem Fall zur Diskussion. Jedoch plätschert der Silberling relativ monoton vor sich hin. Es werden kaum Spannungsbögen erzeugt. Sehr schade, denn genau das fehlt dem Album. Leider führt das auch dazu, dass das Album nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. „Lost Inside“ ist ein solides Album, das Spaß macht, eingängig ist und durchaus eine ganze Menge geneigter Hörer finden wird. Zu den Top-Alben 2011 zählt es aber definitiv nicht. (jb)




