Panic! At The Disco - Vices & Virtues
Bei manch einem mag der Wandel vom Emo/Poppunk mit Elektrobonus des Debüts hin zum „Wir sind jetzt ganz doll gereift und ebenso dolle The Beatles-Fans“ des Nachfolgers „Pretty Odd“ etwas zu schnell vollzogen worden zu sein. Mit „Vices & Virtues“ rudert die zum Duo geschrumpfte und in Las Vegas beheimatete Band in Teilen zurück, überrascht aber auch wieder massig, ob nun mit stellenweise doch arg poppigen Songs oder auch mit überraschenden Arrangements und/oder Instrumenten (Akkordeon, Mariachitrompeten, Kinderchöre – you name it!). Im Prinzip mischen sie das Beste beider vorherigen Alben, ohne sich zu arg zu wiederholen. Trademarks wie der Hang zu Pathos und eine gewisse Theatralik bleiben nicht auf der Strecke und auch das Klavier sowie die Streicher werden wieder weidlich eingesetzt. Unterm Strich hat's also wieder massig Energie, diverse Mitsing-Hymnen und ja, das macht stellenweise auch gut Spaß. Wer die Band also schon abgeschrieben hatte, sollte da nochmal umdenken, die erste Single „The Ballad Of Mona Lisa“ deutet es schon an und das Album hält das Versprechen: die zehn Songs sind allesamt wohldurchdacht und schmissig, selbst das für die Band fast schon finstere „Let’s Kill Tonight“ bleibt richtig gut im Ohr kleben. Mit dem Ausrufezeichen kam also auch die Qualität wieder zurück, fein! Der Sound ist trotzdem irgendwie durch. (tj)




