Rotten Sound - Cursed
Rotten Sound sind seit Jahren eine feste Größe in der europäischen Grindcore Szene. Mit ihrem letzten Album „Cycles“ aus dem Jahr 2008 konnte die Band erstmals auch ein breiteres Publikum auf sich aufmerksam machen. Jetzt sind die Finnen bei Relapse unter Vertrag genommen worden und legen mit „Cursed“ einen neuen Hassbatzen vor. Ihrem Stil, traditionellen Grindcore mit schwedisch geprägtem Old-School Death-Metal zu kombinieren, ist die Band treu geblieben. So treffen auch dieses Mal wieder extrem tiefer gestimmte Gitarren auf wahnwitzig schnelle Blastbeats, die in derb walzende Grooves übergehen. Bei den neuen Songs fällt auf, dass von simplem Grindcore Geschrabbel keine Rede mehr sein kann. Zwar ist das Riffing meist recht einfach gehalten, doch ist die Struktur der Songs mit halsbrecherischen Breaks und verschachtelten Beats deutlich komplexer als man es gewohnt ist. Hier und da schleicht sich auch mal ein Solo ein. Zwar legt der Opener „Alone“ mit einer unglaublichen Geschwindigkeit los, doch insgesamt hat man den Eindruck, als würden Rotten Sound insgesamt den Fuß vom Gas nehmen. Angesichts der schieren Macht, mit der die gemäßigteren Grooves zuschlagen, ist das jedoch keinesfalls ein Verlust. Auch in sehr langsamen, fast doomigen Passagen fühlt sich die Band offensichtlich wie Zuhause. Trotzdem wird natürlich noch genügend geballert. Der Sound von „Cursed“ ist deutlich thrashiger und verwaschener als der von „Cycles“, was der Band hervorragend zu Gesicht steht und den bissigen, rohen Charakter weiter unterstreicht. Vergleiche zu frühen Entombed auf Speed sind durchaus zulässig. Apropos Entombed, deren Basist Nico Elgstrand hat das Album abgemischt und Frontmann L.G. Petrov hat Gastvocals beigesteuert. Weiterhin sind Johan Eriksson von Victims und Jason Netherton von Misery Index als Gäste zu hören. „Cursed“ ist zweifellos einer der Grindcore Höhepunkte im noch jungen Jahr. (rg)




