Spiraldogma - Bacteria Stigma
Vom Artwork einer CD auf die Musik zu schließen, muss nicht immer automatisch funktionieren, es sei denn im Death Metal. Wenn ich mir die Fotografie der sehr leidend, bzw. verstört wirkenden Frau auf dem Cover von „Bacteria Stigma“ betrachte, kommen mir spontane Assoziationen einer Nervenheilanstalt, oder zumindest eines Krankenhauses in den Sinn. Im Zusammenhang mit dem Bandnamen Spiraldogma und dem Plattentitel wird hier aber schon ein recht treffender Ausblick auf nicht ganz alltägliche Musik gegeben. Der nun ertönende, mehr oder weniger geradlinige Rocksound wirkt zunächst zwar etwas überraschend, allerdings wird schnell klar, dass den acht Stücken auf dieser EP doch etwas ziemlich Abgefahrenes anhaftet. Hier wird nicht nach Schema F vorgegangen, hier wird experimentiert: Zum einen mit durchaus vertrackten Strukturen und unorthodoxem Songwriting, und zum anderen mit vielen unterschiedlichen Einflüssen, die lediglich die Grundausrichtung auf Rock als gemeinsamen Nenner haben. Wer unbedingt Vergleiche anstellen möchte, kann die französische Combo am ehesten mit Muse und vielleicht noch mit Tool in eine Schublade stecken. Allerdings fehlt es ihnen – im Vergleich zu den genannten Bands – noch ein wenig am Gespür für große Melodien und gekonnte Spannungsverläufe. Somit bleibt zu bemerken, dass Spiraldogma einen sehr interessanten Ansatz vorzuweisen haben, und man muss honorieren, dass sie deutlich hörbar bemüht sind, ihren eigenen Weg zu gehen. Aber wie angedeutet, mangelt es noch etwas an der Umsetzung, auch wenn „Bacteria Stigma“ für ein Erstlingswerk doch recht ansprechend klingt. Wenn man zukünftig noch etwas an den Kompositionen feilt, und wenn es gelingen sollte, den Stücken zu klareren Höhepunkten zu verhelfen, darf man von Spiraldogma sicherlich noch einiges erwarten. (cj)




