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    Cephalic Carnage - Misled By Certainty

    Label: Relapse  •  VÖ-Datum: 03.09.2010 •  Genre: Death Metal / Grindcore  •  Wertung:7 / 7

    User-Wertung: 5.25 (4)  •  Juli 2010

    Wer mit dem Namen Cephalic Carnage bisher nichts anfangen konnte, hat in Sachen Death Metal definitiv etwas versäumt. Die Ausnahmekönner aus dem US-Bundesstaat Colorado zählen technisch und kompositorisch zur absoluten Elite. Außerdem haben sie es sich zum Hobby gemacht, mit jeder neuen Veröffentlichung die Grenzen brutaler, progressiver Musik und schräger Saitenakrobatik neu zu definieren. Anno 2010 ist es wieder einmal soweit: „Misled By Certainty“ stellt sich vor, und zwar mit aller Macht. Wer denkt, der Autor hätte in der Einleitung eventuell zu dick aufgetragen, wird gleich vom Einsteiger „The Incorrigible Flame“ auf überwältigende Weise eines Bessern belehrt. Nach treibendem Auftakt wandelt sich der der Song zu einem stampfenden Ungeheuer, um alsbald wieder von einer wilden Achterbahnfahrt auf der Gitarre nach vorne gepeitscht zu werden. Das anschließende „Warbots A.M.“ ist dank einer ganzen Reihe fetter Riffs und heftiger Mosh-Passagen ein durchgängiger Tritt in die Magengrube. An dritter Position wartet „Abraxas Of Filth“, welches vor der Veröffentlichung des Albums schon mal als kleine Kostprobe ins Netz gestellt wurde. Von schierem Chaos eingeleitet, entwickelt sich das Stück zu einem wahren Nackenbrecher, der nichts als Kleinholz hinterlässt. Mit „Pure Horses“ folgt eine 37 Sekunden lange Bolz- und Slam-Einlage, bevor sich das monströse „Cordyceps Humanis“ aus den Abgründen des Doom erhebt, um sich im Zeitlupentempo in die Ohrmuschel zu fressen. Über fünf Minuten hinweg scheint das Teil immer noch langsamer zu werden, und Lenzig Leal grunzt und growlt sich hier in einen wahren Tiefenrausch. „Raped By An Orb“, der Minisong „P.G.A.D.“ und „ Dimensional Modulation Transmography” geben im Folgenden einen beeindruckenden Überblick über die musikalischen Höchstleistungen, zu denen das Quintett – scheinbar mit Leichtigkeit – in der Lage ist. Egal ob mit Brutalität, Spielwitz, abartiger Geschwindigkeit oder einem höllischen Groove, die Jungs wissen wie man Kinnladen nach unten klappen lässt. Die Nummer Neun trägt den Titel „Ohrwurm“ und ist ein weiterer Geniestreich in Sachen Songwriting. Es wird einmal mehr deutlich, dass man im Hause Cephalic Carnage auch mit ruhigeren Momenten perfekt umzugehen weiß, ebenso wie mit ungewöhnlichen Instrumentierungen. So zum Beispiel greift man hier auf ein Saxophon zurück, welches immer wieder böse vergewaltigt wird. Bei „When I Arrive“ wird das Gaspedal dann wieder derartig durchgedrückt, dass einem ganz schwindlig werden kann. Mit „A King And A Theif“ und „Power And Force“ machen noch einmal zwei echte Chaosgranaten ihre Aufwartung. Voll gepackt mit derbem Geholze, wüsten Mosh Parts, total verrückten Breaks und extrem schizophrenen Gesangseinlagen. Herrlich. Und wie es sich gehört, findet man auch einen krönenden Abschluss, und zwar in Form des sinfonieartigen „Repangaea“. Das zwölfminütige Monster dringt tief in die Gefilde progressiven Metals/Rocks vor, nimmt sich wieder das Saxophon zur Brust und bietet zudem noch reichlich Platz für ruhige Passagen. Nicht zuletzt dank tollem Gesang, der überraschend melodisch ausfällt, aber dennoch sehr aggressiv und rau rüberkommt, beenden Cepahlic Carnage das Album mit einem echten Meisterwerk. “Misled By Certainty“ ist ein tolles Album, das die altbekannten Stärken der Band – Komplexität, Härte, sowie ein außerordentliches technisches Niveau – mit genialen neuen Ideen und nochmals verbessertem Songwriting kombiniert. Was gibt es da noch zu sagen, ab 03. September ist das Teil im Handel. Für Genrefans ein absoluter Pflichtkauf. (cj)

    2010-08-30 Helldriver Magazine

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    (tatsächliches Album in der Vorschau kann vom Review abweichen. )

    weitere Artikel: Homepage: Cephalic Carnage
    Interview: Interview mit Frontmann Leonard Leal. (2010)
    Review: Xenosapien, 2007 (cj)
    Review: Conforming To Abnormality, 2008 (cj)

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