Cenobites - No Paradise For The Damned
Rockabilly auf Thrash Metal? Geht das? Darf man das? Wenn es nach den Cenobites aus Rotterdam geht, lautet die Antwort ja. Die Band existiert seit 1994, tourte sich den Arsch ab und veröffentlichte bereits zwei Alben. Jetzt liegt der dritte Streich vor. Ihr Sound setzt sich aus klassischem Rockabilly Sound mit standesgemäßem Kontrabass und treibenden Drums sowie einer amtlichen Schlagseite Thrash Metal zusammen. Letzterer äußerst sich in Form von dreckigem Thrash Riffing und vor allem in der stark an einen jungen James Hetfield erinnernden Gesang. Der Opener „1000 Bullets“ hätte in Teilen auch auf einem Thrash Metal Album Mitte der 80er stehen können. Im weiteren Verlauf der Platte setzt die Band allerdings wieder deutlich weniger stark auf dieses Element und bedient sich an Einflüssen aus dem Sleaze Rock, was deutlich zahmer wirkt. Sehr schade, denn der Einstieg in die Platte ist durchaus erfrischend und sorgt für Aha-Effekte. So nimmt die Band immer wieder absolut unnötigerweise das Gas aus dem Album heraus. Ebenfalls negativ schlägt zu Buche, dass der Band auch die Songideen ausgehen. Kaum ein Riff oder eine Melodie die mich hinterm Ofen hervorlockt. So macht sich leider schneller als einem lieb ist Langeweile breit. Da helfen auch die Gastauftritte von Demented Are Go Sänger Sparky nicht mehr viel. Ich kann mir zwar vorstellen, dass die Band live sehenswert ist, auf Platte wurde ich aber schon deutlich besser unterhalten. Aufgrund des eigentlich originellen Ansatzes doppelt bedauerlich. (rg)




