Behemoth - Evangelion
Der Black Metal der Anfangstage ist etwas in den Hintergrund getreten, die neun Kompositionen auf „Evangelion“ sind doch oft eher im Death Metal anzusiedeln - obwohl bei den ersten beiden Tracks die Doublebass nahezu pausenlos auf On geschaltet ist. Sobald die Polen mit Tracks wie „Ov Fire And The Void“ aber etwas mehr Abwechslung und Atmosphäre ins Spiel bringen, gewinnt das Album ungemein. Nicht nur einmal ploppen beim Hören Namen großer US-Bands an die Oberfläche, Morbid Angel oder auch Nile (man höre etwa die leicht orientalisch angehauchten Gitarrenspielreien im Opener „Daimonos“) etwa; man hat beim Hören aber nie den Eindruck einen schnöden Abklatsch im Player zu haben. Beeindruckend sind vor allem die schiere Power der Produktion, an der neben der Band auch Helden wie Daniel Bergstrand und Colin Richardson beteiligt waren, und das Händchen für die rechten Mittel zur rechten Zeit. Das darf streckenweise auch ordentlich grooven, und es wird schön dramatisch arrangiert. Hinzu kommt die konsequent fies-finstere Stimmung, die natürlich am besten in Nergals Gesang bzw. Gekeife zum Ausdruck kommt. Zum Abschluss gibt’s dann mit „Lucifer“ einen über achtminütigen Rausschmeißer, den man sich mit seiner getragenen Art und dem recht „Old Schooligen“ Riffing zwar erst etwas erarbeiten muss und der durch die polnischen Texte auch nicht gerade zugänglicher wird, der sich dann aber nach mehreren Durchläufen doch optimal einfügt. Sehr cooles Artwork auch. (tj)




