Anti Flag - The People Or The Gun
Nach zwei Alben beim Major Label sind die Politpunker Anti Flag wieder bei einem Indie, nach Fat Wreck nun Side One Dummy, gelandet. Ob es an der Labelheimat liegt oder nicht, das neue Werk der Band klingt insgesamt wieder ein gutes Stück wütender und straighter. Auf „The People Or The Gun“ liefert die Band ein direktes Punk Rock Album ohne Experimente und Schnörkel ab. Die Jungs besinnen sich auf ihre Stärken und überzeugen durch gutes Songswriting. Gleich der Opener „Sodom, Gomorrah, Washington D.C. “, in dem Chris #2 die Vocals übernimmt, ist ein wütender Punk-Brocken wie man ihn von Anti Flag schon länger nicht mehr gehört hat. „The Economy Is Suffering…Let It Die“ hingegen ist eine Anti Flag Hymne wie sie im Buche steht. Sowohl mit tollen Melodien als auch mit intelligentem Text ausgestattet. Dieses Wechselspiel findet man auf dem Album immer wieder. Einerseits werden wütende Kracher losgelassen, andererseits werden dem Hörer mit viel Melodie und eingängigen Refrains Ohrwürmer eingepflanzt. Die Platte wurde von der Band selbst im eigenen Studio produziert, was vielleicht ein Grund dafür ist, warum sie wieder etwas erdiger und roher klingt und der Band hervorragend steht. Mit nur 10 Songs in knapp 30 Minuten ist die Platte etwas kurz ausgefallen und es muss gesagt sein, dass obwohl ohne Frage einige tolle Songs auf der Platte zu finden sind, die Hitdichte insgesamt nicht so hoch ist wie man es von der Band in den letzten Jahren gewohnt war. Stattdessen klingt das Album aber wieder ein Stück roher und energischer als beispielsweise der direkte Vorgänger. Wem auf dem letzten Album der Band zu viel experimentiert wurde, wird mit „The People Or The Gun“ sicherlich wieder glücklicher werden. (rg)




