After All - Cult Of Sin
Satte 20 Jahre sind die Belgier After All jetzt schon im Sattel und von Ermüdungs- bzw. Alterserscheinungen keine Spur! Und die Zeit im Business hört man ihnen auch an, denn hier haben alte Thrash-Ikonen wie meinetwegen Forbidden oder auch Exodus deutliche Spuren im Gesamtsound hinterlassen. Nach dem kurzen, akustisch angehauchten Introtrack "Another False Prophecy" geht´s dann mit "My Own Sacrifice" auch entsprechend in die Vollen. Mit den "Auswüchsen" jüngerer Kollegen bzw. den modernen Spielarten des Thrash, also mit Breaks oder ähnlichem, haben´s die Belgier nicht so, sie powern straight nach vorne. Und durch die Vocals von Piet Focroul changiert der Sound manchmal sogar etwas in Richtung Power Metal. Über die lange Dienstzeit haben sie wohl auch einen Sack voll guter Kontakte, Gastauftritte von King Diamond Saitenhexer Andy LaRocque, Joey Vera von Armorde Saint und Jungs von Agent Steel bzw. Helstar sprechen da doch eine deutliche Sprache. Tracks wie "Betrayed by the Gods" und "Devastation Done" gehen als veritabel Nackenbrecher alter Thrash-Schule durch, in der Summe ist das trotz überfettem, zeitgemäßem Sound von Dan Swanö, zu gleichförmig. Da waren z.B. die letzten Alben von Kreator und Testament doch deutlich stärker. Gute Band, aber nur mittelprächtiges Album. Mittelprächtig ist auch die Dio-Coverversion "Holy Diver" geraten (da waren KSE schon besser dabei!), dafür find ich das Artwork recht gelungen. (tj)




