Dezperadoz - An Eye For An Eye
Ich hab die Band anfangs für eine Art Projekt gehalten. Beim ersten Mal wars noch witzig und halbwegs frisch. Mittlerweile sattelt Mastermind Alex Krafft aber bereits zum dritten Mal die Pferde und die Entwicklung verläuft nicht wirklich zum Positiven. Einerseits sind die Tracks, die wirklich den Westernstyle transportieren zurückgegangen, andererseits wurde der Sleazeanteil weiter zurückgefahren und manchmal klingt das alles nach einem x-beliebigen Power Metal-Album. Ein Gastauftritt vom längst ausgebombten Tom Angelripper bei "Here Comes The Pain" ist für mich vom Titel her auch eher eine self fullfilling Prophecy, auch wenn der Song mit Mundharmonika und Steelguitar immerhin zu den besseren gehört aber eben auch nur ein mittelmäßiger Metalstampfer mit tausend Mal gehörtem Standardsolo ist. "Riders On The Storm" hatte ja auch schon im Original von The Doors einen gewissen Tumbleweed-Charakter, was die Desperadoz aber aus dem Song machen ist mit Knödelgesang und Billigkeyboards schon nah an der Vergewaltigung. Der Abschlusstrack "25 Minutes To Go" suhlt sich dann gar in Squaredance-Tiefen. Ich meine, dass es sich hierbei auch um ne Coverversion handelt, ich hab jedenfalls irgendwo ne Cash-Version des Songs gehört, ob der Man in Black den Track auch geschrieben hat, weiß ich allerdings nicht. Wer eine Schwäche für Albernheiten hat, schon immer auf der Suche nach einer härteren Version von The Boss Hoss war oder sich allgemein gerne in Power Metal-Gefilden bewegt, kann auf jeden Fall mal reinhören. (tj)




