Mother Tongue - Ghost Notes
Nachdem acht Jahre zwischen dem Mother Tongue Debüt und dem Zweitwerk vergingen, dauerte es zu dem neuen Album nur knapp ein Jahr. Die neue Platte hört auf den Namen Ghost Note. Mit Ghost Note bezeichnet man im Blues Töne die nur im Ansatzweise vor dem eigentlichen Ton gespielt werden und so dem richtigen Ton zu mehr Brisanz verhelfen. Diese Töne tragen sehr zu der, manchmal unerklärlichen, Faszination bei die Musik auf den Hörer ausübt. Das passt auch zu Mother Tounge. Nachdem die Band im letzten Jahr von einschlägigen Medien immer wieder über alle Töne gelobt wurde, war mir nicht ganz klar weshalb. Anhand der neuen Platte fällt es mir aber wie Schuppen von den Augen. Mother Tongue fesseln. Sie transportieren mit ihrer Musik den Geist von Jimmy Hendrix in ein modernes Soundgewand. Die Band spielt im Grunde simple Rockmusik, erst bei genauerem Hinhören stellt man fest, dass hier einiges an Musikverständnis verarbeitet wird. Einflüsse aus Blues, Jazz, Rock´n Roll, Hippierock werden zu einem Stimmigen Endresultat verquirlt. Mother Tongue kommen dabei ohne jegliche Effekthascherei aus. Sie besinnen sich auf die wichtigste Tugend. Sie schreiben schlicht gute Songs. Die Band legt all ihre Leidenschaft und Spielfreude in die Songs was man hören kann. Diese Platte lebt. Obwohl die Band ab und zu in Drogenschwangere Soundorgien ausschweift bleibt der Song in sich doch immer schlüssig. Die Platte beinhaltet sowohl schwere Rocknummern als auch einfühlsame Songs. Absolute Höhepunkte sind "Alien", "The Storm", "Helicopter Moon" oder "Missing". Wer geglaubt hat, dass der gute alte Rocksound ausgedient hat, wird von Mother Tongue eines besseren belehrt. Dieser Sound ist zeitlos. (rg)




