Paradox - Electrify
1987 kam das Paradox-Debut über Roadrunner heraus. Damals wurden sie als die deutschen Metallica gefeiert, landeten im Rock Hard vor Ozzy und Judas Priest auf Platz 1 im Soundcheck und waren in vielen anderen Mags das Album des Monats. Zwei Jahre später kam das Folgealbum "Heresy" ähnlich gut an, die Band hatte aber derbe Probleme mit dem Label und auch andernorts und verschwand erst mal zehn Jahre von der Bildfläche. Zehn Jahre später gabs beim Wacken eine gloriöses Comeback und in der Folge einen Vertrag mit AFM Records. Es folgte Album #3, produziert von Andy Claasen, das 2001 veröffentlicht wurde. Über Bandchef Charly Steinhauer zogen sich aber bereits wieder Gewitterwolken zusammen und er wurde in den folgenden Jahren von einem schweren Schicksalsschlag nach dem anderen getroffen (u.a. starb sein Vater, seine Großmutter, eine Jugendfreundin und sein Schwiegermutter, zudem wurde er schwer krank und musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen). Das scheint er mittlerweile auf jeden Fall soweit weggesteckt zu haben, dass er Paradox reaktiviert hat und mit "Electrify" erneut ein starkes Speed/Thrash Metal-Album mit leichter Power Metal Schlagseite vorlegt. Zehn Smasher, die den Geist der Bay Area atmen, aber im aktuellen Soundgewand daherkommen - was leider auch einen eher sterilen (programmierten?) Drumsound mit sich bringt. Produziert hat Steinhauer selbst, genau wie er auch alles in Eigenregie komponiert hat; für den Mix war aber Jacob Hansen zuständig, der in den letzten Jahren ja auch vielen Metalcorealben den richtigen Punch mitgegeben hat. Die Überväter Metallica grüßen natürlich hier und da, Paradox hat aber ausreichend eigenen Identität um nicht als Klon abgeurteilt zu werden. Selbst die Halb-Ballade "Cyberspace Romance" gelingt der Band. Genrefans sollten hier auf jeden Fall mal reinhören! (tj)




