B-Stinged Butterfly - Monster in mir
Musikalisch irgendwo zwischen New Metal, RATM und Modern Rock treffen hier kernige Riffs in knackigen Soundgewand auf anbiedernde Refrain-Melodieblöcke bei der man gedanklich Volldeppen wie Scott Stapp mit ausgebreiteten Armen und weit aufgeknöpftem Rüschenhemd vor großer Kulisse posen sieht. Das arg ausgelutschte, mit ein paar ach so modernen Samples "aufgepeppte" Rezept ist an sich schon übel genug, schlimm sind dann aber die nichtssagenden deutschen Texte (besonders wenn man mal bedenkt, dass das letztjährige Vorgängeralbum mit englischen Texten daher kam) . Die Muttersprache lässt sich eben nicht so einfach ausblenden wie andere Sprachen, für mich klingen Passagen wie "Komm mit uns mit - Dein Platz ist noch frei für die Reise durch unsere Welt. Lass Dich entführen - steig bei uns ein - denn wir öffnen verschlossene Türen" im Opener "Willkommen" frappierend nach "Komm mit mir ins Abenteuerland, der Eintritt kostet den Verstand" - mir scheint, dass nicht nur Hartmut Engler brav gezahlt hat, sondern auch die Schmetterlinge mit dem Monster in sich... Ab und an ("Liebe") eifert man auch etwas Oomph! nach, die haben bei Raabs Bundesvision Song Contest aber gewonnen, B-Stinged Butterfly sind 12. geworden... Die Band besteht zu jeweils 50% aus Deutschen (Sänger und Drummer) und Franzosen (Bassist und Gitarrist) und man hätte sich wirklich gewünscht, dass so eine Zusammenarbeit Positives hervorbringt, war aber nix. Ein schreckliches Album, das zu keiner Zeit authentisch, sondern stets aufgesetzt wirkt. Die zwei Punkte gibts für handwerkliches Können und guten Sound. (tj)




