Alabama Thunderpussy - Open Fire
Ich war schon ein bisschen hibbelig als ich das neue Album der Donnermuschi aus Alabama aus dem Umschlag fischte. Klar, Relapse Veröffentlichungen sind seltenst eine Enttäuschung (die letzte, die in meinem Player landete, The End, war sogar ein ganz besonderer Leckerbissen), in dem Fall sorgte aber der neue Sänger der Band für enorme Vorfreude. Das ist nämlich kein geringerer als Kyle Thomas. Kyle Thomas! Wie? Kennt Ihr nicht? Dann aber mal schleunigst Hausaufgaben machen und zumindest mal das Gesamtwerk der Thrashfieslinge von Exhorder und gerne auch sein darauf folgendes Projekt Floodgate, das mehr in Richtung Southern Rock tendierte, abchecken. Musikalisch ist hier alles beim alten, herrlich schmuddeliger, stets hochenergetischer Sound der dankenswerter Weise auch nicht geglättet und vom Schmutz befreit wurde; das alles in der Schnittmenge zwischen Stoner-, Schweine- und Punk-Rock - manchmal klingts nach einer etwas schnelleren Version von Down. Ich hab durch den prominenten Wechsel am Mikro aber wohl zu viel in das Album hineinprojiziert und meine eigenen Erwartungen in unerreichbare Höhen geschraubt... Master Thomas liefert eine grundsolide und überzeugende Leistung am Mikro (die ganz hoch gesungen Heavy Metal Passagen blenden wir mal etwas aus), bleibt aber überraschend gesichtslos, sorgt auch nicht für den erhofften Quantensprung und wohl unterm Strich auch nicht für das beste Album der Band - trotzdem ein gutes Album, dass in den besten Momenten ("Whiskey War", "Open Fire", "Greed") den rechten Arm mit der gereckten Pommesgabel genauso nach oben wie den Kopf zum begeisterten Schütteln zwingt. (tj)




