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    Machine Head - Through The Ashes Of Empires

    Label: Roadrunner Records  •  Genre: Metal  •  Wertung:7 / 7

    User-Wertung: 6 (1)  •  Januar 2004

    Wer hätte das noch erwartet? Was Machine Head 1994 mit „Burn My Eyes“ so erfolgversprechend begannen, schien sich mit Ihren nachfolgenden Alben frei nach dem Motto „Gib dem Fortschritt keine Chance“ selbst zu erledigen. Die zweite Langrille „The More Things Change“ klang klinisch und überproduziert und wurde aufgrund seiner Ideenlosigkeit wenig geliebt. Als zu Nu-Metal lastig galt das 1999er Werk „The Burning Red“, ein Vorwurf, dem sich das Quartett aus Oakland, das übrigens in der musikalisch geschichtsträchtigen Bay Area in Kalifornien liegt, auch beim kommerziell wenig erfolgreichen Nachfolger „Supercharger“ gegenübergestellt sah. Die häufigen Line-Up Wechsel und der Verlust des Plattenvertrags mit dem amerikanischen Zweig von Roadrunner Records taten da ihr übriges. Fans und Fachpresse waren sich einig: Machine Head befanden sich am Ende des absteigenden Astes. Beste Vorraussetzungen also, um die Abgesänge der Kritiker mit einem beherzten „Fuck You, nichts ist vorbei!“ zu pulverisieren. So oder so ähnlich muss der Denkanstoß für den neuen Silberling gewesen sein , denn was beim ersten Anspielen von „Through The Ashes Of Empires“ aus den Boxen schallt könnte den Trompeten von Jericho Konkurrenz machen. Das kurze, fiese Clean-Intro des Openers „Imperium“ lauert hinterlistig in einer dunklen Ecke, bevor es herrausprischt und in den folgenden 6 Minuten einen Gewittersturm aus Doublebass Attacken, ultraschnellen und ebenso genialen Gitarrenläufen und tonnenschweren Riffmonstern auf den noch völlig perplexen Hörer loslässt. Die Nachwehen dieser Naturgewalt erntet „Bite The Bullet“, das mit seinem groovigen Refrain manch einen Metaller nicht nur zum Headbangen bewegen dürfte. Selbiger verzeichnet im folgenden Dampfhammer „Left Unfinished“ freudestrahlend das erste Solo dieses Albums, welches zwar nicht besonders lang ist, dafür aber Lust auf mehr macht. Für die erste wirkliche Verschnaufpause sorgt dann das schleppende „Elegy“, ein schwarzer Teppich aus dunklen, bleiernen Wolken, die Strahlemanns sprichwörtliche rosa Brille wohl augenblicklich in Depressionen verwandeln dürften. Mit “Days Turn Blue To Gray“, einer Klageschrift über seine Kindheit, stellt Mastermind Robb Flynn eindrucksvoll unter Beweis, dass er sich stimmlich als Sänger wie als Texter enorm weiterentwickelt hat. Wie auf der gesamten Platte verfehlen die scheinbar einfach zusammengesetzten und manchmal konzeptlos wirkenden Zeilen ihr Ziel keineswegs. Je nach Robb Flynns Gemütslage und Ausdruck treffen die Lyrics den Hörer genau an der vorgesehenen Stelle und bewegen ihn zum Mitfühlen und -denken. Stimmlich unterstützt wird dies durch Robbs schluchzendes Wehklagen, durch seine flehende Verzweiflung und seinen brüllenden Schmerz, so als ob dies das erste Album wär, auf dem er seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Weiter gehts mit „Vim“, das mit seinem Introriff an das herrlich groovige Feeling von „Bite The Bullet“ anknüpft bevor es sich nach einem 40 Sekunden (!) Solo zu einem außer Kontrolle geratenen Schnellzug verwandelt, der schnurstracks in „All Falls Down“ rast, einem Track, der schon auf der heimischen Hi-Fi Anlage seine Tauglichkeit als Live-Stimmungskanone unter Beweis stellt. Für das Training der Nackenmuskulatur sorgt dann nochmal das mit einem genialen Endriff ausgestatte „Wipe The Tears“ bevor dann eine absolut düstere und herzzerreissende Ballade namens „Descend The Shades Of Night“, welche das seit „Nothing Else Matters“ wohl emotionalste und fesselndste Balladensolo enthält, die silberne Dynamitscheibe beschließt. Nach diesem Hussarenritt muss man überrascht feststellen: Machine Head haben wohl ihre altbewährten Tugenden wiederentdeckt. Demmel und Flynn leiern sich geradezu geniale Riffs und Soli aus den Rippen, Trommler Dave McClain spielt mindestens in der Lige von Dave Lombardo und Basser Adam Duce gibt nicht nur mit gnadenlosen Backing Vocals seinen Senf dazu. Trotz komplexer Songstrukturen wirkt das Album zu keinem Zeitpunkt undurchsichtig oder zäh, sondern legt eine Frische and den Tag, die mit jedem Durchlauf neue Facetten erkennen läßt. Kein Zweifel: Mit „Through The Ashes Of Empires“ dürften Machine Head wieder dort angekommen sein, wo sie sich seit „Burn My Eyes“ eh die ganze Zeit hätten aufhalten sollen. Nämlich ganz oben. Der neue Silberling ist vielleicht keine Rückkehr zu den alten Neo-Thrash Wurzeln, aber die sumpfigen Gefilde des musikalischen Stillstandes lässt er weit hinter sich. Ob hier wohl gerade ein neues Imperium entstanden ist? (pm)

    Helldriver Magazine Wer hätte das noch erwartet? Was Machine Head 1994 mit „Burn My Eyes“ so erfolgversprechend begannen, schien sich mit Ihren nachfolgenden Alben frei nach dem Motto „Gib dem Fortschritt keine Chance“ selbst zu erledigen. Die zweite Langrille „The More Things

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    (tatsächliches Album in der Vorschau kann vom Review abweichen. )

    weitere Artikel: Interview: Interview mit Bassist Adam (2003)
    Interview: Kurzes Interview mit Gittarist Ahure (2001)
    Review: Hellalive, 2003 (rg)
    Review: Through the ashes of empires, 2003 (tj)
    Review: Through The Ashes Of Empires, 2003 (cj)
    Review: Elegies DVD, 2005 (rg)
    Review: The Blackening, 2007 (rg)
    Review: Unto The Locust, 2011 (rg)
    Review: Machine F**king Head Live, 2012 (rg)
    Live-Review: 28.11.2001, Düsseldorf - Stahlwerk
    Live-Review: 27.11.2001, Stuttgart - LKA
    Live-Review: 21.11.2011, Zürich - Volkshaus

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