Audiogen - raumhaft
Silbermond, Christina Stürmer, Rosenstolz, Juli etc. – Rock mit deutschen Texten hat dieser Tage stets einen etwas trivialen Beigeschmack – oder er schlägt mit z.B. Bands der Hamburger Schule ins allzu verkopfte aus. Das Ingolstädter Trio Audiogen um die Sängerin Sylvia Staas reiht sich mit seinem Debut „raumhaft“ also in die vielen derartigen Veröffentlichungen dieser Tage ein. Allerdings ist schon beim ersten Hörkontakt mit den acht Songs in ca. 40 Minuten klar, das sie zumindest soundtechnisch einen anderen Ansatz probieren. Denn während andernorts Gitarren gerne so lange gebügelt werden, bis sie eher nach Keyboards klingen und nur ab und an etwas sägen dürfen, spielt Gitarrist Michael Irmler (der auch den Bass und die Samples eingespielt hat) die Rock-Riffs mit einem deutlich Metal-lastigen Sound. Lady Staas setzt im Kontrast dazu auf glockenhellen und klaren Gesang, was im Dialog durchaus interessant ist. Schon mit dem dritten Song „Mondbar“ tritt das Trio den Beweis an, dass sie auch glaubhaft gefühlvolle Balladen spielen können. Auf der Sampleseite dürfen hier natürlich Streicher nicht fehlen und der Song könnte wohl auch im Radio neben aktuellem Material der oben genannten Acts bestehen. Die Band hat die Songs im bandeigenen Studio selbst aufgenommen, mit ordentlichem Sampleeinsatz auch vor einen zeitgemäßen Touch gesorgt und sich auch beim Thema Verpackung für einen eigenen Weg entschieden. Das Album kommt nämlich in einer schmalen DVD-Hülle und fällt somit schon rein optisch aus dem Rahmen. Unterm Strich ein gelungenes Werk, mir fehlen etwas die Hits, aber die Band kann auf jeden Fall was! (tj)




