Depression / Haemorrhage - Zur Stille finden / Live At The Morgue Split (LP)
Die Dortmunder Depression tun sich auf dieser Split-LP mit den spanischen Gore-Grind-Helden Haemorrhage zusammen, um mal richtig einen wegzuknüppeln. Die elf Stücke kommen mächtig und recht gut produziert aus den Boxen geballert. Nach einem epischen Intro hauen sie mit „No Tumours, Just Rumours“ gleich richtig auf die Pauke und zeigen uns wie´s läuft; schnell und derb nämlich. Anschließend legen sie mit „Defaced“ noch einen drauf und basteln aus den Variationen eines einzigen, recht simplen Riffs einen Wahnsinnssong. Danach gibt´s Gebolze bis der sechste Track „Under The Pale Moonlight“ den absoluten Hammer auspackt, und mir im mittleren Tempobereich ordentlich eine auf den Sack gibt. Mit „Enough“ schließt sich dann ein „Agathocles“-Cover an, welches aber auch von Depression selbst hätte sein können. Nach zwei weiteren puren Grind-Bomben wird mit „I Am The Devil“ wieder richtig gegrooved, und das abschließende „Jimmy Was In Town“ bläst dann auch den letzten Überlebenden mit einer tierischen Doublebasstirade aus den Socken. Die extrem tiefen Grunz-Vocals sind auf Dauer etwas eintönig, tun dem geilen Gesamteindruck von „Zur Stille finden“ aber keinen Abbruch. (6) So, (Schlacht-)Platte umdrehen und sich auf einiges gefasst machen, denn die abgedrehten Haemorrhage geben sich nun ihr Stelldichein. Die folgenden 25 Minuten sind ein bluttriefender Live-Mitschnitt des Jubiläumskonzerts anlässlich des zehnjährigen Bandbestehens. Dementsprechend werden die soundtechnischen Maßstäbe ihrer deutschen Mitstreiter zwar nicht erreicht, aber für live ist es trotzdem nicht so schlecht. Wie von ihnen gewohnt, laden sie ihren kranken, Carcass-mäßgen Grindcore ab, der mit Eingeweiden und Kot nur so um sich wirft. Da ich mich mit den Spaniern aber noch nie wirklich anfreunden konnte, ist es kein Wunder dass der Funke nicht überspringt, trotz der hörbar guten Stimmung beim Konzert. Die iberischen Gore-Freaks sind definitiv nicht mein Fall. Für Fans der Band ist diese Aufnahme aber dennoch zu empfehlen, denn wie es sich für ein Jubiläum gehört, werden von den Anfängen bis hin zur Neuzeit sämtliche Alben durchgearbeitet, wobei die meisten Stücke vom dritten Longplayer „Anatomical Inferno“ stammen. (3) Es ist natürlich nicht ganz fair, eine Studio- mit einer Live-Produktion zu vergleichen, aber für mich würden Depression diesen Vergleich eindeutig gewinnen. „Zur Stille finden“ ist einfach eine super Grind-Platte, und für die Sammlung ist die Jubiläumsshow von Haemorrhage auch nicht wirklich schädlich. Deshalb ist der Kauf dieser Split-Scheibe bestimmt kein Beinbruch. (cj)




