Britt Black - Blackout
Der Begriff Rockröhre klingt etwas angestaubt und betagt, passt hier aber wie der Arsch auf den Eimer. Namen wie Suzi Quatro oder auch Joan Jett steigen unweigerlich vor dem geistigen Auge auf und auch im Vergleich zu denen muss sich sich Frau Black nicht verstecken. Ihre Stimme ist kräftig, transportiert ordentlich Power und auch etwas Dreck, das kann man schon lassen! Nach dem sehr eingängigen Opener „Baby Come On Back“ serviert der Vierer schon an zweiter Position eine Coverversion: „She Sells Sanctuary“ von den zur Zeit wohl gerade auch mal wieder aktiven The Cult. Und die ist auch sehr gut gelungen, etwas schneller als im Original und mit ner weiblichen Stimme durchaus stimmig. Der Rock liegt bei Britt Black quasi in der Familie, bereits im Zwergenalter nahm sie ihr Vater, der selbst Rocker war, mit auf Tour und laut der Legende schlief sie sogar einst während eines Konzerts von The Cult auf deren Bassverstärker. Zu einer anderen Rock-Lady, die dieses Jahr ein ordentliches Album präsentierte, gibt es auch noch Parallelen, denn bei Bif Naked spielte Britt einst Gitarre. Musikalisch gibt es dann auch rein gar nichts an der Scheibe auszusetzen, da versteht jemand sein Handwerk, hymnische Rocker gelingen ebenso wie Pop-nahe Balladen, das alles versiert arrangiert und mit der ein oder anderen Spielerei garniert. Der Sound ist aber leider etwas zu glatt für den Stil geraten und geht eher in Richtung Rock-Göre Avril Lavigne. Und noch ein weiteres kleines Manko: Nicht dass ich da als Kerl wirklich etwas dagegen hätte, aber wie Miss Black geradezu penetrant auf nahezu jedem der zahlreichen Bilder im Booklet ihre pornoformatigen Riesenmöpse ins Bild drängt ist dann doch etwas zu billig, Sex Sells hin oder her. (tj)




