Tribun - The essence insane
Wenn „Sich-slbst-fotokopieren“ zur Sucht wird. Dies dürfte mein erster Gedanke gewesen sein, als ich die aktuelle EP „The essence insane“ aus dem Hause Tribun in die Hände bekommen habe. Schließlich ist das Booklet gefüllt mit fotokopierten Gesichtern und anderen Körperteilen, was den Titel der EP perfekt begleitet. Die fünf Mannen aus dem Ruhrgebiet verstehen es, treibende Riffs mit eingängigen Melodien und Doublebass-Attacken zu paaren. Auch die leidenschaftlichen Soli und gefühlvoll implantierten Stimmungsschwankungen bis hin zum Balladesken könnten einem schon eine Gänsehaut verschaffen. Einzig und alleine der Gesang fängt nach einiger Zeit ordentlich an zu nerven. Zwar absolut eigenständig und unverwechselbar – wer sagte noch, dass dies immer positiv sein muss? – bringt uns Sänger Ben, leider über weite Strecken vollkommen unflexibel, seine Sicht der Dinge näher. Natürlich fehlt es keineswegs an Aggression, doch wären bei einer so stark ausgeprägten Melodienvielfalt clean gesungene Passagen eine echte Bereicherung gewesen. Bestes Beispiel hierfür ist „these walls“ mit traumhaft melancholischen Gitarrengesängen, kraftvollem treibendem Riffing und ordentlich Power. Im Großen und Ganzen haben Tribun hier eine wirklich ordentliche Platte abgeliefert.(jb)




