Mirror Of Deception - Shards
Doom ist nur etwas für Eingeschworene. Trotzdem mit dem Stil nicht wirklich auf breiter Ebene Erfolg verbucht werden kann, einfach weil der Sound zu speziell ist, hat sich eine kleine, aber feine Szene gebildet, die ihrem Sound umso intensiver huldigt. Unsereiner wurde damals mit dem 86erAlbum „Epicus Doomicus Metallicus“ der Schweden Candlemass angefixt, später kamen dann Bands wie Trouble, Cathedral oder auch Solitude Aeturnus hinzu und geblieben ist bis heute eine Affinität zum Genre. Und Mirror Of Deception sind nicht nur national unter den Erstgenannten, wenn es um allerfeinste, melancholisch-düstere und gerne auch mal schleppende Songs geht, auch europaweit hat man durchaus schon seine Spuren hinterlassen. Der Schlagzeuganfang von „Swamped“ ist zwar eins zu eins von Faith No More geklaut, aber das tut hier an sich nichts zur Sache, sind ja nur Sekunden. Gitarrist Jochen Fopp ist als Fan auch Veranstalter des deutschen Doom-Festivals schlechthin, dem Doom Shall Rise, das sich über die Jahre von Fans für Fans zur Institution etabliert hat und stets ausverkauft ist – was nur erneut die Relevanz des Stils und die Hingabe der Fans unterstreicht. Aufgenommen wurde „Shards“ im Stuttgarter Soundmann-Studio, in dem u.a. auch schon End Of Green aufgenommen haben. Der Sound ist sehr gelungen und passt optimal zum Stil ohne jedoch bewusst schepprig zu geraten, das Album klingt zeitgemäß ohne anbiedernd zu sein und hat vor allem eins: Charakter. Mal sehen, ob sies auch mit dem neuen Album wieder, wie mit dem Vorgänger „Foregone“ schon, in die „10x Dynamit“-Rubrik der Kollegen vom Rock Hard schaffen, zu wünschen wäre es den Jungs! (tj)




