Mötley Crüe - The Dirt - gelesen von Ralf Richter
Wie geil ist das denn?!! Nuclear Blast machen neuerdings auch in Hörbuch und gleich das erste könnte kaum besser ins Labelprogramm passen: Die Exzess-schwangere Biografie der Hairspray-Legende Mötley Crüe. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem New York Times-Journalisten Neil Strauss und wurde bereits vor ein paar Jahren auch in Deutschland veröffentlicht. Nun sind Hörbücher in den letzten Jahren ja immer populärer geworden und es ist eben auch sehr cool beim Autofahren, beim Chillen oder wo auch immer ein Buch vorgelesen zu kommen. Das kann, bei einem coolen Sprecher, sogar reizvoller sein, als das Buch selbst zu lesen. Könner wie z.B. Rufus Beck oder Harry Rowohlt verpassen jeder Person eine charakteristische Stimme und genießen in der Szene zu Recht Kultstatus. Und wer liest jetzt die Mötley Crüe-Biografie? Ralf Richter. Aha, als ich seinen Namen auf dem Cover entdecke stutze ich erstmal, ich hätte nicht mal gewettet, dass der Mann überhaupt lesen kann. Verkörpert er in seinen Paraderollen wie z.B. in „Bang Boom Bang“ oder auch „Was nicht passt, wird passend gemacht“ doch den typischen biertrinkenden Asi im Feinrippunterhemd. Entsprechend skeptisch war ich, als ich mit der ersten CD angefangen habe. Und anfangs stört die kehlig-rauhe Stimme auch etwas, erweist sich nach den ersten Minuten aber als geradezu ideal. Richter verpasst den Berichten der vier Rocker einen authentischen Ton und man kommt ob der Eskapaden aus dem Staunen gar nicht mehr heraus – da versteht man denn auch, woher der Solgan „Sex, Drugs and Rock´n´Roll“ kommt. Was hier über zwei CDs an Drogen konsumiert, Autos geschrottet, Bühnen gerockt, gestorben und gefickt wird langt heutzutage mal locker für 20 durchschnittliche Bandkarrieren! Zwischen den einzelnen Kapiteln werden immer mal wieder Hits der Boys angespielt, aber das Hörbuch ist ausdrücklich für alle möglichen Hörer geeignet, das hat nichts mit Musikvorlieben zu tun, das muss man einfach mal gehört haben! Kleines Manko sind die mit teilweise über 30 Minuten doch recht unpraktisch eingeteilten Tracks. Klar mag das Kapitel so lange sein, aber für den Hörer ist das nicht gerade komfortabel. (tj)




