Fortysevenmilliondollars - dto.
Als ich das Dollarzeichen aus Fleisch gesehen habe, das auf dem Cover prangt, dachte ich der Chef wollte dem Vegetarier etwas triezen, nach mehrmaligem Hören de Albums und besonders nach dem Lesen der Texte wird hier Fleischkonsum und –wirtschaft aber eher kritisch dargestellt. Die Band aus Darmstadt unterscheidet sich gleich in mehreren Details vom Gros der Hardcoreszene: Erstens singen sie auf Deutsch und so schmal der Grat ist auf dem man sich da bewegt, würde ich sagen, dass das hier gelungen ist. Und zweitens weigern sie sich einen auf Toughguy zu machen, singen nicht über Ehre und schick-sportive neue Moves, sondern sind laut Eigenaussage „die netten Jungs, die Spaß haben, bei dem, was sie tun“. Musikalisch ist das metallastiger (Oldschool) Hardcore, erinnert ab und an SOIA, Sodom und Hatebreed und ist trotz Eigenproduktion im eigenen Studio auch vom Sound ein respektables Brett geworden. Gesanglich dominiert das Geschrei, ab und an, z.B. bei „Mit Kutter und Kahn“ und „Katabasis“ wechselt Sänger Todd Jorgensen dann aber zu melodischen Vocals, was nicht immer 100%ig gelingt, aber auch nicht als Pleite eingestuft werden sollte. Er macht das schon gut, zwei-drei Mal liegt er aber halt knapp neben dem Ton. Neben eher humoristisch-augenzwinkernd angelegten Texten wie der zu „Mein Ball“ sind mehrere wirklich gelungen. Als herausragend sollen hier mal „Plaza del Toro“ und besonders „Bulimie“ genannt werden. Zwischendrin gibt´s dann auch ein kurzes Instrumental („March of the 47“) und sogar ein cheesy Heavy Metal-Solo gibt´s bei „Mein Ball“. Feines Album, coole Band und das durften sie auch schon vor Bands wie z.B. Maroon, Neaera und Heaven Shall Burn live unter Beweis stellen. Ruhig mal www.carnicore.de checken. (tj)




