Menfolk - Colossus
Der Sound des ersten Albums von Menfolk aus Kopenhagen lässt sich nur schwer einordnen. Die Band sitzt irgendwo zwischen den Stühlen von Post-Hardcore, Math-Core und Rock. Einerseits geht die Band recht minimalistisch zu Werke, andererseits gibt sich die Band aber auch anspruchsvollen Rhythmen hin. Die Band beschäftigt gleich zwei Bassisten die großen Anteil am eigenständigen Klangbild haben. Vergleiche mit anderen Bands zu ziehen fällt da schwer. Am ehesten greift da noch der Vergleich mit Helmet, allerdings eben eher von der Rhythmusarbeit her und weniger der Gitarrenarbeit. Die steht bei Menfolk eher hinten an, während die Bässe dominieren. Rhythmus ist der Schlüssel zum Album. Statt die Songs mit wilden Gitarren bzw. Bassläufen zu überfrachten, spendieren die Dänen ihren Songs schräge Beats und komplizierte Breaks. Ohne jedoch dabei den Song an sich aus den Augen zu verlieren, die Jungs bekommen immer wieder Kurve zurück zum Grundthema des Songs. So bleibt die Platte vollkommen unvorhersehbar, büßt dadurch jedoch keineswegs an Intensität und Atmosphäre ein. Die gepresst geschrieen oder gesprochen vorgetragenen Vocals weisen ebenfalls Einflüsse der frühen Helmet auf. Eingebettet wird das ganze in einen minimalistischen erdigen Sound der hervorragend zur Band passt. Colossus ist ein sehr interessantes Album in das man sich sicher erst einhören muss, das aber auf ganzer Linie zu fesseln vermag. Wer auf Helmet oder den typischen DC Postcore Sound steht dürfte Freudentränen in die Augen bekommen. (rg)




