Narcissus - Grave And Collapse
Die Hardcore Szene befindet sich im Umbruch. Bands aus dem Genre scheinen sich immer mehr zu trauen die Grenzen zu sprengen. Galt es früher selbst als uncool mit Metal zu flirten, gibt es heute kaum noch Bands die keine metallischen Elemente in ihrem Sound haben. Manche Hardcore Bands sind musikalisch sogar kaum noch von Metalbands zu unterscheiden. Auch Narcissus sind eine mutige Band. Mit Metal haben sie aber nicht viel am Hut. Ihr Sound ist vielschichtig, spannend und atmosphärisch. Narcissus sind wohl in etwa das Ergebnis wenn man Tool, Thursday, Snapcase und Converge in einen Topf schmeißt und gut umrührt. Die Band spannt gekonnt einen dichten Spannungsbogen, fängt mit schlichtem verträumtem Gitarrengeklimper an und schaukelt sich immer weiter zu einer dichten Soundwand auf die schließlich unter heftigem Grollen zusammenfällt. Die Band bietet sowohl emotionale Passagen als auch wütende Ausbrüche. Beide Extreme sind jedoch so miteinander verwoben, dass sie nicht alleine stehen können. Eindrucksvoll belegt das der Song „Talented Prey – Weak Hunter“. Neben dem progressiven aber dennoch griffigen Gitarrenspiel erweist sich vor allem die extrem variable und charismatische Stimme des Sängers als tragendes Element. Selten bekommt man im einen Moment so zarte zerbrechliche Gesänge und im nächsten so markerschütterndes Gekreische zu hören. Neben vielen wirklich großartigen Songs haben sich aber leider auch ein paar schwächere, nicht schlechte, eingeschlichen, weshalb die Platte die Höchstwertung knapp verfehlt. Dennoch ein Muss für jeden Fan von innovativen und dichten Sounds. (rg)




